Burg l Die Erleichterung war vielen Stadträten anzumerken, als die Wahl zum Beauftragten (Kustos) für die Clausewitz-Erinnerungsstätte auf der jüngsten Stadtratssitzung am Ende problemlos über die Bühne ging. Dass sich danach auch Mitglieder von Freundeskreis und Forschungsgemeinschaft die Hände reichten und Zube als künftiger Kustos viele Glückwünsche entgegennahm, wurde auf den Sitzungsbänken mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. „Die Kuh ist wohl vom Eis“, sagte ein Stadtrat ...

Bewährtes

Zuvor hatte sich Zube in einer Art Bewerbungsrede vorgestellt und die künftigen Zielstellungen für die Erinnerungsstätte umrissen. Er betonte, dass er nicht den „neuen Besen“ hervorholen wolle. Vielmehr setze er nach dem Motto „Bewährtes bewahren und mit neuen Ideen verknüpfen“ auf ein kooperatives Miteinander. So gebe es vieles, was gut sei und sich in den zurückliegenden Jahren in der Kombination zwischen Freundeskreis und Erinnerungsstätte bewährt habe, „wie zum Beispiel die vielfältigen interessanten Veranstaltungen, die Führungen für jeden interessierten Burger, die Teilnahme an der Burger Museumsnacht, die Verleihung des Burger Clausewitzpreises und vieles mehr“.

Mit Blick auf die Zukunft sollten laut Zube aber auch neue Aspekte eingeführt werden, wie die Verknüpfung der Ansprechpartner der Erinnerungsstätte mit Hilfe moderner Medien, eine eigene Mailadresse oder Smartphone. Zeitgemäß seien in diesem Zusammenhang auch ein aussagekräftiger Internetauftritt und feste Sprechzeiten für alle Interessierten. Zube schaute auch auf das Jahr 2020, in dem sich zum 240. Mal der Geburtstag von Carl von Clausewitz jährt. „Um dieses Ereignis in Burg entsprechend zu würdigen, gibt es bereits konkrete Überlegungen und Vorarbeiten, die wir im nächsten Jahr präsentieren wollen“, kündigte er an.

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Würdigung

Zube machte deutlich, dass es ihm als Vorsitzenden der Forschungsgemeinschaft nicht um eine „feindliche Übernahme“ der Erinnerungsstätte gehe und würdigte das Engagement des amtierenden Kustos Klaus Möbius ebenso wie das der Freundeskreis-Mitglieder Rolf Gädke, Hans-Georg Dräger oder Roland Leistikow.

Gedankt wurde vor dem Stadtrat insbesondere Klaus Möbius, der sein Ehrenamt als Kustos zum Jahresende aus Altersgründen aufgibt und die Erinnerungsstätte mit aufgebaut und entwickelt hat. „Dass Burg in dieser Hinsicht nicht nur auf nationalem, sondern internationalem Parkett mitspielen kann, ist maßgeblich Klaus Möbius zu verdanken“, würdigte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Möbius erinnerte an den verstorbenen Weggefährten und ehemaligen Stadtratsvorsitzenden Volker Kuhlwilm und die Verbindungen zwischen Clausewitz und seiner Geburtsstadt Burg. „Die aber sind alles andere als einfach, da Clausewitz die Stadt mit zwölf Jahren verließ und mit 13 bereits am ersten Krieg teilgenommen hat.“ Dennoch sei es gelungen, den Lebensweg von Clausewitz, familiäre Bindungen und seine Verdienste darzustellen.

Ursprünglich sollten am Mittwoch nach einer Vorstellungsrunde Roland Leistikow und Rolf-Reiner Zube zur Wahl stehen. Leistikow hatte seine Kandidatur am Montag allerdings aus gesundheotlichen Gründen zurückgezogen.