Sicher im Verkehr

Fahrradhelm muss richtig sitzen

Verkehrszeichen und Vorfahrtsregeln festigte Regionalbereichsbeamtin Nadin Hesse mit den Fünf- und Sechsjährigen der Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ in Lübs. Bei vielen Fahrradhelmen muss noch einmal justiert werden, denn die saßen häufig zu locker und böten im Ernstfall nicht den möglichen Schutz.

Von Manuela Langner
Im Malheft malten die Vorschulkinder der Kindertagesstätte "Die kleinen Strolche" die verschiedenen Ampelphasen nach. Nadin Hesse, Regionalbereichsbeamtin der Polizei in Gommern, sprach mit den Kindern über Verkehrszeichen und Vorfahrtsregeln.
Im Malheft malten die Vorschulkinder der Kindertagesstätte "Die kleinen Strolche" die verschiedenen Ampelphasen nach. Nadin Hesse, Regionalbereichsbeamtin der Polizei in Gommern, sprach mit den Kindern über Verkehrszeichen und Vorfahrtsregeln. Fotos: Manuela Langner

Lübs - Beim Überqueren der Straße erst nach links gucken, dann nach rechts und noch mal nach links. Das konnten die Fünf- und Sechsjährigen der Kita „Die kleinen Strolche“ in Lübs auf Anhieb erklären. „Und wenn euch auf der Straße der Ball aus der Hand fällt?“ Auch als Nadin Hesse, Regionalbereichsbeamtin der Polizei in Gommern, den Schwierigkeitsgrad erhöhte, wussten sich die Jungen und Mädchen zu helfen. Erst rüber auf den Gehweg rennen und dann gucken, wo der Ball ist, erklärten die Kinder. Wenn die Straße frei sei, könnten sie den Ball selber holen. Je nachdem, wo er liege, benötigten sie vielleicht auch die Hilfe eines Erwachsenen.

Zur Verkehrserziehung war Nadin Hesse bei den „Kleinen Strolchen“ zu Gast. Gemeinsam bastelten die Kinder aus vorhandenen Schablonen Verkehrszeichen wie das Stopp-Schild oder das Symbol für den Fußgängerüberweg, um sich die Bedeutung einzuprägen.

Wichtig sind die Farben der Verkehrszeichen

Sie lernten, die Farben der Verkehrszeichen zu unterscheiden: Rot für Verbote oder Aufpassen, Blau für erlaubt sein. Wichtig sei beim Fußgängerüberweg, den Blickkontakt zum Autofahrer zu suchen, damit man sicher sein könne, dass dieser einen wahrnehme und anhalte, erklärte die Regionalbereichsbeamtin. Das Fahrrad müsse über den Überweg geschoben werden. Viele Leute machten das falsch.

Bei der „Spielstraße“ wussten die Jungen und Mädchen genau, dass die Autofahrer sie nicht anhupen dürfen. Allerdings war ihnen auch bewusst, dass sie die Autofahrer durchlassen müssen. Die Maximalgeschwindigkeit von sechs Kilometern in der Stunde konnten sich die Kinder nur schwer vorstellen.

Das Einbahnstraßenschild kannten die Kids nicht

Das Einbahnstraßenschild war etwas Neues für die Kinder. Das gebe in Lübs nicht, erklärte Erzieherin Gerlinde Lorbeer. Sie stellte auch gleich eine Frage an Nadin Hesse: Komme ein Auto aus einer Ausfahrt, müssen die Kinder als Fußgänger warten?

Vorfahrt habe eigentlich der Autofahrer zu gewähren, antwortete Nadin Hesse. Aber es könne sein, dass dessen Sicht bei der Ausfahrt sehr schlecht sei. Dann warte man als Fußgänger ab. Sie verwies auf die gegenseitige Rücksichtnahme, die die Straßenverkehrsordnung fordere.

Knifflige Aufgaben gehörten dazu

Und wieder wurden die Jungen und Mädchen mit einer kniffligen Aufgabe konfrontiert: Was machen sie, wenn sie an eine unübersichtliche Hausecke gelangen? Ganz langsam fahren und aufpassen, dass kein Fußgänger oder Autofahrer hinter der Ecke hervorkomme, erklärten sie.

Im Malheft, das Nadin Hesse ihnen mitgebracht hatte, konnten die Kinder gleich erklären, dass die Ampel mit den drei Farben für die Autofahrer sei, zwei Farben für die Fußgänger. „Bei Rot bleibst du stehen, bei Grün darfst du gehen“, riefen sie.

Normalerweise gehört auch ein praktischer Teil zur Verkehrserziehung. Jedoch hatte sich in Lübs der Regen an diesem Vormittag so sehr verstärkt, dass daran nicht zu denken war. Unter den Bäumen auf dem Kita-Gelände, wo es halbwegs trocken war, sprach Nadin Hesse mit den Kita-Kindern durch, welche Ausstattung zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört wie Bremsen, Klingel, Vorder- und Rücklicht und die verschiedenen Reflektoren. Für ihre Eltern gab es ein Hinweisblatt, weil die Kinder in der vierten Klasse nur mit einem verkehrstüchtigen Fahrrad an der Fahrradprüfung teilnehmen dürfen.

Der Helm darf nicht wackeln

Alle Jungen und Mädchen der Kita trugen einen Fahrradhelm. Bei der näheren Überprüfung stellte Nadin Hesse jedoch fest, dass kaum ein Helm richtig saß. Fast alle lagen nur locker auf dem Kopf. Zwischen Kinn und Gurt passten viel zu viele Finger, die Helmschale rutschte auf dem Kopf hin und her. Dass der Helm dann bei einem Sturz nicht mehr den Schutz biete, den er eigentlich geben könnte und sollte, demonstrierte sie an einem Beispiel.