Pietzpuhl l Es ist der 30. Juli 2020 um 15.30 Uhr, als die Ortsfeuerwehr Möser alarmiert wird. Eine Strohpresse zwischen Pietzpuhl und Möser ist heiß gelaufen und hat Feuer gefangen. Der Landwirt versucht zu dieser Zeit noch, die Strohpresse vom Feld auf den nahen Landwirtschaftsweg zu ziehen, um Schlimmeres zu verhindern. Das gelingt ihm auch fast, wie Mösers Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner später berichtet. Aber das Feld hat bereits Feuer gefangen und die Flammen breiten sich weiter aus.

Fünf Ortsfeuerwehren kommen zum Einsatz. Insgesamt 49 Kameraden sind beim Einsatz dabei. Routiniert bekämpfen sie das Feuer – an der Strohpresse und auf dem Feld. Unterstützt werden sie dabei von den Landwirten. Sie fahren mit zwei Traktoren, ziehen Scheibeneggen hinter sich her, pflügen einen Brandschutzstreifen. Er soll verhindern, dass das Feuer immer weiter überspringt. Vor allem anderen gilt es, die Flammen vom Waldrand in Richtung Körbelitz fernzuhalten, sagt Dirk Jeitner. „Das ist munitionsbelastete Fläche.“ Denn hier war zu DDR-Zeiten ein Truppenübungsplatz.

Wie verheerend der Brand einer solchen Fläche sein kann, zeigte sich im Juni 2019 bei einem Brand auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 3000 Feuerwehrleute, Soldaten der Bundeswehr, Landes- und Bundespolizisten aus mehreren Bundesländern kamen damals zum Einsatz. Angrenzende Dörfer mussten evakuiert werden. Das Problem: Solchen Brandflächen dürfen sich die Einsatzkräfte auf höchstens 1000 Meter nähern. Das erschwert die Löscharbeiten erheblich. Während der Löscharbeiten in Lübtheen war es zudem immer wieder zu unkontrollierten Detonationen gekommen.

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Ein Übergreifen auf den ehemaligen Truppenübungsplatz Körbelitz hätte die Löscharbeiten deshalb deutlich erschwert. Die Feuerwehrleute und die Landwirte können dies am Donnerstag bei Pietzpuhl verhindern.

Tatsächlich sind brennende Strohballenmaschinen in etwa 70 Prozent der Auslöser von Feldbränden, wie der Biederitzer Gemeindewehrleiter Carsten Kiewitt im vergangenen Jahr bei einem durch eine brennende Strohpresse ausgelösten Feldbrand in Gerwisch erklärt hatte.

Die Trockenheit führe in solchen Fällen zu einer Staubexplosion, sagt Dirk Jeitner. Dabei entzünden sich feine Staub- partikel. So könne aus einer Staubwolke Flammen entstehen.