Burg l „Ort: Burg, Straße: Am Brunnenfeld, Ereignis: Brand“; „Ort: Burg, Straße: Lindenstraße, Ereignis: BMA“. So heißt es kurz und knapp im Protokoll der Einsatzleitstelle Jerichower Land. Innerhalb von vier Tagen wurde die Freiwillige Feuerwehr Burg zweimal zu Einsätzen geschickt, die von Brandmeldeanlagen (BMA) ausgelöst worden waren. Bei der Lebenshilfe und im Gewerbegebiet konnte die Wehr die Gefahren schnell unter Kontrolle bringen. Doc nicht immer steckt hinter dem Alarm einer BMA tatsächlich auch ein Brand.

231 Einsätze

„Ich schätze mal, dass sich die Fehlalarme und die tatsächlichen Alarme durch die Brandmeldeanlagen ungefähr die Waage halten“, sagte Ortswehrleiter Jens Wiedemann im Gespräch mit der Volksstimme. Im vergangenen Jahr hatte die Burger Wehr insgesamt 231 Einsätze. 44-mal davon rückte sie aus, weil eine Brandmeldeanlage fehlerhaft angeschlagen hatte – rund jeder fünfte Einsatz wegen eines Fehlalarms, fast einer pro Woche. Da ist Wiedemann froh, dass die sogenannten böswilligen Alarme kein Thema in Burg sind. „Das kommt glücklicherweise so gut wie gar nicht vor, höchstens, dass jemand die Situation falsch einschätzt, etwa eine Feuerschale für einen unkontrollierten Brand hält“, nannte er ein Beispiel.

Wieviele Berechtigte Einsätze durch Brandmeldeanlagen ausgelöst worden sind, kann Wiedemann nicht genau beziffern. In der Statistik werden nur die Einsatzgründe festgehalten, nicht aber, was den Einsatz ausgelöst hat.

Manschliches Versagen oft Ursache

Brandmeldeanlagen gibt es zahlreiche in der Stadt. „Immer da, wo viele Menschen an einem Ort sind oder durch die Umstände Gefahr droht, ist das sinnvoll oder sogar vorgeschrieben“, erklärte der Ortswehrleiter. Das gilt dann fürs Krankenhaus ebenso wie für die Altenpflegeeinrichtungen der Stadt, für die Lebenshilfe genauso wie für die großen Betriebe.

Die Gründe, warum ein Feueralarm ausgelöst wird, sind laut Wiedemann vielfältig. Das fange bei menschlichem Versagen an, etwas wenn bei Reinigungsarbeiten die Anlage nicht ausgeschaltet werde. Außerdem können auch Umwelteinflüsse Schuld an einem Fehlalarm sein. Da könnte sogar Stab der Anlage vorgaukeln, dass es brennt. Und schließlich bleiben noch die technischen Defekte der Anlagen selbst als Ursache. „Wenn es soviele gibt, ist natürlich auch eine fehlerhafte Anlage nicht auszuschließen“, meinte Wiedemann. Für die Feuerwehr gibt es natürlich kein Überlegen – ob Anruf oder Meldung einer BMA, sie rückt aus. Da könne es auch manchmal passieren, dass man an drei Tagen hintereinander zum selben Ort fährt und die Anlage jedesmal einen Fehlamlarm ausgelöst hat. Natürlich wird auch beim dritten Mal hingefahren.

Rechnungen werden gestellt

Allerdings haben die überflüssigen Einsätze Konsequenzen. Sie müssen nämlich bezahlt werden. Auch wenn die Burger Feuerwehrleute freiwillig sind und nicht damit ihr Geld verdienen, ist in einer Satzung aber dennoch ganz klar geregelt, was ein Einsatz kostet – aufgeschlüsselt nach Anzahl der Kräfte, Fahrzeuge, Dauer des Einsatzes und wann er stattgefunden hat. Dabei kommt eine ganz erkleckliche Summe zusammen, so wurden beispielsweise 2018 Rechnungen im Gesamtwert von rund 40.000 Euro gestellt.