Burg l Wenn in Burg die Sirene geht, außer beim Testbetrieb jeden Mittwoch um 15 Uhr, dann hat in einem der großen Betriebe, einer Pflegeeinrichtung, einem Krankenhaus oder einer Institution mit vielen Menschen eine Brandmeldeanlage angeschlagen.

„Das muss laut sein“, sagt Stadtwehrleiter Wolfram Stukenberg. Es könnte auf ein Großereignis hinweisen. „Dann rücken wir mit Mann und Maus aus, mit Drehleiter, mit allem, was wir haben.“ Doch nicht immer ist dann auch Gefahr in Verzug. Von 208 Feuerwehreinsätzen im Jahr 2017 waren 41 Fehlalarme. 34-mal lösten Brandmeldeanlagen falsch aus. Es gab keine Gefahr.

Entwarnung erst vor Ort

Wann können Brandmelder anschlagen, auch wenn es nicht brennt? Hitze, Dämpfe oder schwebende Partikel können dazu führen, den sensibel eingestellten Brandmelder zu aktivieren, weiß Wehrleiter Stukenberg. Beim Schweißen in einer Firma etwa, beim Kochen in einer Großküche in einem Pflegeheim, oder es sind flirrende Gärfliegen, die vor dem Sensor tanzen.

„Wir müssen in jedem Fall ausrücken, wenn eine Brandmeldeanlage anschlägt“, sagt Stukenberg. „Wir geben erst Entwarnung, wenn wir die Lage vor Ort überprüft haben.“

Entpuppt es sich als „nicht regelgerechte Auslösung“ wird der Einsatz für die Verursacher kostenpflichtig. Das kann teuer werden. Laut Satzung werden die Einsatzstunden der Kameraden und die Technik berechnet. Es gibt Zuschläge für Wochenenden und für Spezialkräfte wie Atemschutzgeräteträger.

Satzung regelt Kosten

Da schlägt dann eine Stunde für ein Fahrzeug mit 72 Euro zu Buche. Für jede Einsatzkraft werden 30 Euro berechnet. Der Einsatzleiter kostet 32 Euro. Eine Satzung, gültig seit 2012, regelt dies punktgenau.

„Rabatte für Vielverursacher gibt es keine“, sagt Stukenberg und grient. Es hatte mal jemand versucht, dies auszuhandeln, biss aber auf Granit.

46 Bescheide schickte Stukenberg 2017 raus. Das spülte 40 700 Euro in das Stadtsäckel. Zum Vergleich: In Genthin gab es 2017 insgesamt 17 Fehlalarme. Sie kosteten die Verursacher 6942 Euro

Einsätze vermeidbar

Im Jahr 2016 waren es in Burg gar 55.670 Euro bei 60 Bescheiden. Von 210 Einsätzen waren 64 Fehlalarme, darunter zwei böswillige Falsch-alarmierungen per Telefon und vier private Brandmelder.

Schlagen Brandmelder in privaten Wohnungen falsch an und lösen deshalb einen Feuerwehreinsatz aus, werden dafür laut Stukenberg keine Kosten erhoben. „Es wird befürchtet, dass Mieter die Anlagen abbauen. Ohne diese Sicherung wäre es viel gefährlicher.“

Was Stukenberg an den Fehlalarmen wurmt? „Das zusätzliche Geld für die Stadt ist nur die eine Seite. 2017 sind wir 34-mal umsonst rausgefahren, weil es mit besserer Wartung und ähnlichem vermeidbar gewesen wäre.“ Diese sozusagen unnützen Einsätze würden die Kameraden zusätzlich schlauchen.