Gommern l Dass ihr die Feuerwehr einmal so wichtig wäre, damit hätte sie nie gerechnet, berichtete Lisa Koch in einer Pause zum Abschluss ihrer Grundausbildung. Die 17-Jährige begann im Alter von zehn Jahren in der Jugendfeuerwehr Menz und schätzt heute außerordentlich die Kameradschaft, die sich in der Feuerwehr erlebe. Nach bestandener Grundausbildung will sie sich weiterqualifizieren. „Mein großer Traum ist es, Maschinistin zu werden.“

Mario Cleve ist ein Quereinsteiger bei der Feuerwehr. Er ist verrentet, möchte aber weiterhin nützlich sein. „Für die Feuerwehr habe ich meinen Lkw-Führerschein verlängert“, erzählte der Ladeburger. Er wisse, wie schwierig das mit den Führerscheinen bei der Feuerwehr inzwischen sei. „Mir gefällt es, Probleme im Team zu lösen.“

120 Lehrstunden

Lisa Koch und Mario Cleve gehörten zu den 23 Dienstanfängern, die im Oktober vorigen Jahres ihre Grundausbildung in den Feuerwehren der Einheitsgemeinde Gommern begannen. Nach Brandschutzgesetz und Dienstvorschrift können Mitglieder der Feuerwehr ab dem 16. Lebensjahr die Grundausbildung absolvieren. Diese setzt sich aus zwei Teilen und mindestens 120 Stunden Ausbildung zusammen. „Wenn man gut aufpasst, ist die Ausbildung nicht so schwierig“, erzählte Fabian Ihme aus Wahlitz. Er zählte zu den Quereinsteigern. „Ich möchte die Gemeinschaft unterstützen“, sagte er zu seiner Motivation, sich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren.

Bei ihrer Ausbildung an den neun ersten Ausbildungstagen haben die Dienstanwärter die meisten Feuerwehrgerätehäuser in den Ortschaften kennengelernt. Manche kleinere Wehren seien nicht so gut ausgestattet, stellte Fabian Ihme dabei beispielsweise fest. Er sah auf jeden Fall Nachholbedarf.

Erste-Hilfe-Lehrgang

Die Ausbildung gemeinsam durchzuführen, hat mehrere Vorteile. „Die Teilnehmer lernen bei der Gelegenheit ihre Nachbarwehren kennen. Für die Ausbilder ist es von Vorteil, dass sie sich lediglich auf einen Ausbildungstag tiefgründig vorbereiten müssen“, erklärte Stadtwehrleiter Heiner Wolter.

Zusätzlich zur feuerwehrtechnischen Ausbildung absolvieren die Dienstanwärter einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Lehrgang.

„Danach stehen den Wehren zukünftige Einsatzkräfte mit einem hohen und nahezu einheitlichen Ausbildungsniveau zur Verfügung“, setzte Heiner Wolter hinzu. Lediglich die Funkausbildung sei im Rahmen der Kreisausbildung dann noch zu absolvieren. Nach anfänglicher Skepsis seien die Wehrleiter inzwischen sehr zufrieden mit dieser Vorgehensweise.

Die Grundausbildung findet jeweils von Oktober bis April an Wochenenden statt. Der Anteil an Frauen als Dienstanwärterinnen ist deutlich gestiegen.

Für Simone Gutsche aus Ladeburg war es eine Selbstverständlichkeit, die Grundausbildung zu absolvieren. „Wir sind eine Feuerwehr-Familie“, sagte sie. Ihr Ehemann ist schon seit längerem Mitglied der Feuerwehr und die beiden Jüngsten, zwei und vier Jahre alt, folgten auch noch, wenn sie für die Kinderfeuerwehr alt genug seien. Nach der Grundausbildung und dem Funkerlehrgang will sich Simone Gutsche zur Atemschutzgeräteträgerin qualifizieren.

40 Prüfungsfragen

Bei der Prüfung am Sonnabendvormittag mussten die Dienstanwärter erst einen theoretischen Teil mit etwa 40 Fragen bewältigen und im Anschluss ihr in der Grundausbildung erworbenes Wissen an vier Stationen unter Beweis stellen.