Burg l Kürzlich hatten die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Burg ihren 111. Einsatz in diesem Jahr hinter sich gebracht. Fast zu Hälfte des Jahres 2020 mussten die Kameraden also schon zu mehr als 100 Einsätzen in der Burger Region ausrücken. Autobahn A2, die Elbe, viel Industrie und wichtige Bahnverbindungen  – die Ehrenamtlichen in Burg haben kein leichtes Einsatzgebiet. Nach einigen Einsätzen, die den Feuerwehrleuten im Gedächtnis hängen geblieben sind, haben wir nochmal genauer gefragt – das waren die gefährlichsten und kuriosesten Einsätze der Burger im ersten Halbjahr 2020:

Balkonbrand mit Pöbeleien

Das neue Jahr war halbe Stunde alt, das musste die Burger Feuerwehr schon ausrücken – und das nicht für eine brennende Mülltonne. In Burg Süd stand am 1. Januar 2020 ein Balkon an einem Mehrfamilienhaus in Brand. Ein grüner Stoffbelag am Boden stand in Flammen. Das Feuer hatte bereits auf die Styropor-Dämmung an der Wand übergegriffen. Die Nachbarn wurden eher auf das Feuer aufmerksam, als die Wohnungsmieterin selbst. Sie kippten eimerweise Wasser herüber und verhinderten so Schlimmeres. Die Feuerwehr rückte an und kam über eine Steckleiter auf den Balkon geklettert um nach Glutnestern zu suchen. Soweit, so gut, hatte der Einsatz aber einen bitteren Nebengeschmack: die Einsatzkräfte wurden mit Böllern beschmissen, weiter bepöbelt und letztlich wollte die Gruppe Jugendlicher sogar die Spiegel des Feuerwehrautos beschädigen. „So etwas ist hier zum Glück nur die Ausnahme und passiert selten", ergänzt Stadtwehrleiter Maik Friedrich im Gespräch.

Wohnungstür trennt junge Familie

Einen weniger spektakulären aber kuriosen Einsatz erlebten die Ehrenamtlichen im März. Eine junge Familie wurde durch eine geschlossene Tür getrennt. Die Eltern eins kleinen Kindes waren kurz außerhalb der Wohnung als die Tür ins Schloss fiel, das Kind offenbar ahnungslos allein in der Wohnung. Doch die Tür ließ sich von außen nicht mehr öffnen. Die Eltern riefen kurzerhand die Feuerwehr, die die Drehleiter vor dem Haus in Stellung brachte. Die Einsatzkräfte fuhren auf Höhe des zweiten Stockwerks und konnten über das Fenster dem Kind zum Öffnen der Tür verhelfen. Ende gut, alles gut.

Die Burger Feuerwehr im Einsatz

Burg (dt) l Die Feuerwehr Burg musste im ersten Halbjahr 2020 schon zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken. Ein kurzes Fazit in Bildern.

  • Von diesem ausgebrannten Auto auf der A2 blieb nicht mehr viel übrig. Foto: Feuerwehr Burg

    Von diesem ausgebrannten Auto auf der A2 blieb nicht mehr viel übrig. Foto: Feuerwehr Burg

  • Eine Laube in Burg in Vollbrand. Besonders brisant - man wusste nicht, ob sich dort vielleicht noch eine Person befand. Foto: Feuerwehr Burg

    Eine Laube in Burg in Vollbrand. Besonders brisant - man wusste nicht, ob sich dort vielleicht no...

  • Wenn die Eltern nicht mehr zum Kind in die Wohnung kommen - auch dann muss die Feuerwehr Burg zum Einsatz. Foto: Feuerwehr Burg

    Wenn die Eltern nicht mehr zum Kind in die Wohnung kommen - auch dann muss die Feuerwehr Burg zum...

  • Bei einem Autobrand auf der A2 gerieten die Retter selbst in Gefahr. Ein Laster konnte gerade noch der Absperrung des rechten Streifens ausweichen. Foto: Feuerwehr Burg

    Bei einem Autobrand auf der A2 gerieten die Retter selbst in Gefahr. Ein Laster konnte gerade noc...

  • Es war der ersten Einsatz im Jahr 2020 für die Burger Feuerwehr. Und der hatte es gleich in sich. Foto: Feuerwehr Burg

    Es war der ersten Einsatz im Jahr 2020 für die Burger Feuerwehr. Und der hatte es gleich in ...

  • Eine unbekannte Flüssigkeit in einem Ladengeschäft in Burg sorgte für einen großen Feuerwehreinsatz. Foto: Feuerwehr Burg

    Eine unbekannte Flüssigkeit in einem Ladengeschäft in Burg sorgte für einen gro&#x...

  • Eine unbekannte Flüssigkeit in einem Ladengeschäft in Burg sorgte für einen großen Feuerwehreinsatz. Foto: Feuerwehr Burg

    Eine unbekannte Flüssigkeit in einem Ladengeschäft in Burg sorgte für einen gro&#x...

  • Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreien. Foto: Feuerwehr Burg

    Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreie...

  • Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreien. Foto: Feuerwehr Burg

    Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreie...

Schnapszahl mit Notlage

Sogar der 111. Einsatz war für die Kameraden der Feuerwehr in Burg ein etwas anderer. Eine Frau geriet am Abend des 2. Juli 2020 in Friedensau in eine Notlage. Die Dame drohte aus einem Fenster zu stürzen und konnte sich nicht auf Anhieb aus der Situation selbst befreien.  Die Burger Feuerwehr musste mit der Drehleiter zur Amtshilfe anrücken. Auf der doch längeren Anfahrt kam dann allerdings der Einsatz-Abbruch.

Handy gesucht und Hand eingeklemmt

Wer kennt es nicht: Da fällt der Schlüssel oder das Handy in die Spalte zwischen dem Autositz und der Mittelkonsole. So geschehen bei einem Autofahrer, der sich gezwungen sah, die Feuerwehr zu rufen. Denn die Hand wurde immer dicker und damit auch die Chance kleiner, sich allein aus der misslichen Lage zu befreien. Die Feuerwehr Burg rückte an und klemmte eine Krafthebekissen in den Spalt, um die Hand befreien zu können. Ende gut alles gut.

Gasaustritt ohne Gas

Am 9. März wurden die Burger Feuerwehrleute zu ihrem 36. Einsatz alarmiert – und der sollte es in sich haben. Von der Einsatzleistelle wurde ein möglicher Gasaustritt in der Schartauer Straße, mitten im Stadtzentrum zur frühen Nachmittagszeit gemeldet. Eine seltene Alarmierung, wie Stadtwehrleiter Friedrich und Feuerwehrmann Marc Sommer bestätigen. Einbrecher hatten in einem Ladengeschäft eine Flüssigkeit ausgekippt, aber niemand wusste so genau, um was es sich dabei handelte. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, die Feuerwehleute mit Schutzanzügen ausgerüstet. Letztendlich wurden sogar die Kollegen mit einem sogenannten CBRN-Erkunder um Hilfe gebeten. Die Abkürzung steht für Chemisch-Biologisch-Radioaktiv-Nuklear. Während der Verkehr in der Burger Innenstadt lahmgelegt war, kam der nächste Einsatz: ein Brandmelder in einer Wohnung schlug an. Die Feuerwehr in Burg alarmierte die Ortswehr aus Niegripp nach. Nur verbranntes Essen hatte den Brandmelder glücklicherweise ausgelöst.  Das hätte auch böse enden können. Der Stoff im Laden in der Schartauer Straße konnte übrigens auch von Experten nicht genau ermittelt werden, wurde aber beseitigt.

Eingeklemmter Lkw-Fahrer und Autobrand

Schwere Unfälle gibt es auf der A2 regelmäßig. Der Einsatz, bei dem ein Laster am 22. Januar auf ein Stauende aufgefahren ist, ist den Burger Feuerwehrleuten aber besonders in Erinnerung geblieben. Durch die Wucht des Aufpralls schob der Lkw die beiden anderen Laster vor ihm zusammen. Die Feuerwehrleute rechneten mit dem Schlimmsten, zumal es sich um einen Tanklastzug handeln sollte. Was hatte er geladen? Brennbare Stoffe? Besteht Explosionsgefahr? Zum Glück war der Behälter leer. An diesem Tag hatten aber nicht nur die Feuerwehrkräfte Glück sondern auch der Fahrer des Gespanns. „Er war im Fahrerhaus eingeklemmt und musste mit schweren Gerät herausgeschnitten werden", berichtet Marc Sommer. Alles um den Fahrersitz war zerstört, die ganze Kabine musste sogar mit einem speziellen Spannsystem gesichert werden, denn sie drohte auseinanderzufallen.

Bei einem  anderen A2-Einsatz im Mai 2020 wäre es für die Einsatzkräfte fast gefährlich geworden. Die Feuerwehrleute löschten einen brennenden Mercedes, als ein Laster beinahe auf die Unfallstelle und damit auf das dort abgestellte Polizei- und Feuerwehrauto gefahren wäre – trotz Absperrung. Unter Vollbremsung unter Ausweichen auf den Standstreifen kam er noch zum Stehen.

Einsatz 120 / 2020 Einsatzalarm für die diensthabende Schleife am heutigen Morgen um 05.19 Uhr. Durch unsere digitalen...

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Stadt Burg am Donnerstag, 16. Juli 2020