Burg l Neun Grundstücke innerhalb des Stadtgebietes hat eine Arbeitsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitern und der Spitze der Feuerwehr geprüft und nach verschiedensten Kriterien unter die Lupe genommen und gewichtet. Die höchste Punktzahl fiel dabei auf eine überwiegend große Freifläche zwischen Conrad-Tack-Ring und der Neuendorfer Straße. Vor allem die Maßstäbe wie Größe (mindestens 4500 Quadratmeter), Erreichbarkeit oder Hilfsfristen, die Er- schließung sowie bau- und planungsrechtliche Fragen waren nach einer Analyse ausschlaggebend für die hohe Wertungszahl. Die direkte Lage am Ring ist ein großer Vorteil, betonten Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack und auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), der auf der Sit- zung des Hauptausschusses an die dringende Investition erinnerte, die seit Langem gefordert werde. „Wir müssen das Vorhaben jetzt im Interesse der Feuerwehr und ihrer wachsenden Aufgaben auf den Weg bringen.“ Er kündigte in diesem Zusammenhang an, nach der Corona-Krise das direkte Gespräch mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) zu suchen, um für Fördermittel, die daneben auch für Fahrzeugtechnik benötigt werde, zu werben. „Das gilt genauso für die Ortsfeuerwehr Ihleburg, die ein neues Gerätehaus benötigt. Das Versprechen, dass wir dafür alle Anstrengungen unternehmen, möchte ich einlösen“, sagte Rehbaum. Optimal wäre es deshalb, wenn beide Projekte – Burg und Ihleburg – parallel gefördert werden könnten.

Während der Hauptausschuss mit großer Mehrheit dem Beschluss zugunsten des Tack-Ringes folgte, fand Bauausschuss-Chef Clemens Engel (CDU) kritische Worte und bezeichnete die Vorlage als „schöngerechnet“. Der Kaufpreis des Grundstückes sei nicht mit einkalkuliert. Und mit dem Bebauungsplan, „den die Stadt über das Grundstück gelegt hat“, habe sie nur einseitig ihre Interessen berücksichtigt. Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth betonte auf Nachfrage der Volksstimme, dass zu Kaufpreisen längst noch nichts feststehe.

Zu wenig Platz im alten Gerätehaus

Beim Bau eines neuen Gerätehauses ist die Stadt inzwischen im Zugzwang. Deshalb hatte der Stadtrat bereits Ende vergangenen Jahres einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst, der die Suche nach einem geeigneten Grundstück einschloss. Denn das Gerätehaus in der Brüderstraße 42, wo die Einsatzkräfte immerhin seit 1935 ihren Sitz haben, ist nicht mehr zeitgemäß. Für die 38 Feuerwehrleute, darunter fünf Frauen, und 14 Fahrzeuge ist der Platz zu beengt. „Grundstück und Gebäude sind zu 100 Prozent ausgelastet, so Rehbaum. „Es gibt keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten.“ Darüber hinaus haben die Unfallkasse Mitte und ein Ingenieurbüro, das hauptsächlich die Statik des aktuellen Gerätehauses prüfte, bereits ein deutliches Achtungszeichen gegeben. Die Experten stellten Betonabplatzungen und Korrosionsschäden fest und forderten Auflagen. Demnach ist ein Schadenskataster zwingend notwendig, ein Bauingenieur soll die Konstruktionsunterlagen prüfen und gegebenenfalls statische Nachrechnungen durchführen. Und auch die Feuerwehrleute selbst müssen Obacht geben, beispielsweise langsam in das Gebäude ein- und ausfahren, um größere Schwingungen oder Erschütterungen zu vermeiden.

Auch deshalb und weil mehr Fläche benötigt werde, ist für die Feuerwehr ein neues Areal wichtig. „Das Gebiet am Tack-Ring ist aus vielen Gründen am besten geeignet“, so Ortswehrleiter Jens Wiedemann. Nicht nur, weil der Zeitfaktor und die zentrale Lage eine wichtige Rolle spielen, sondern auch, weil die Zufahrt über die Neuendorfer Straße ebenfalls möglich sei.