Burg l Ben bekommt im Waldhaus die einmalige Chance auf einen Neuanfang. Als einer von sieben jugendlichen Straftätern soll er in der familiären Gemeinschaft soziale Kompetenz erlernen und Geborgenheit erfahren. Doch als er auf seine Hausmutter Eva trifft, ist er geschockt: Sie ist eines seiner Opfer. Sein brutaler Überfall auf sie wurde nie aufgeklärt. Während Ben alles versucht, um in der Gruppe nicht aufzufallen, wächst in Eva der Verdacht. Der Film „Schuld sind immer die Anderen“ von Lars-Gunnar Lotz wird am Montag ab 17 Uhr im Burger Kino gezeigt. Anschließend werden Volker Heuer (Referatsleiter im Justizministerium), Delia Göttke (Geschäftsführerin Landesverband für Krimanlprävention und Resozialisierung), Thomas Wurzel (Anstaltsleiter JVA Burg), Karl-Heinz Summa (Weisser Ring) und Daniel Laqua (Blaues Kreuz Deutschland) während einer Podiumsdiskussion über das Thema Resozialisierung sprechen. Organisiert wird die Veranstaltung vom Arbeitskreis „Resozialisierung und Kriminalprävention“ des Diakonischen Werkes im Jerichower Land.

„Ich bin gespannt“, sagt Geschäftsführer Reinbern Erben mit dem Blick auf Montag. Gerade für die Burger sei es notwendig, sich mit den Themen Schuld und Strafe auseinanderzusetzen. „Die JVA ist in unmittelbarer Nähe. Diese Straffälligen sind unter uns, wir begegnen ihnen, wissen es nur nicht“, betont Erben. Mit der Veranstaltung wolle der Arbeitskreis die Menschen für die Resozialisierung von Straffälligen sensibilisieren. „Es sind Menschen, die mit dem Gesetz in Kollision geraten sind. Damit sind sie aber nicht aus der Gesellschaft raus, man weist ihnen nur einen Platz zu“, sagt Erben.

Die Gesellschaft müsse Straffälligen, die eine Haftstrafe abgesessen haben, eine Chance geben, „damit kein Nachteil für beide Seiten entsteht. Wir wollen auch für Menschen zur Verfügung stehen, die Teil der Gesellschaft werden wollen“, sagt der Diakonie-Geschäftsführer. Dass es Berührungsängste gibt, sei dabei nur zu verständlich. Zudem bestehe auch das Risiko, dass ein Mensch auch die zweite Chance nicht nutzt. „Dennoch müssen wir alle mit dieser Herausforderung umgehen lernen“, sagt Erben.

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Um Gelgegenheit zu haben, über dieses schwierige Thema zu sprechen, sich auszutauschen und vielleicht auch neue Sichtweisen zu entwickeln, soll der Filmabend mit Podiumsdiskussion dienen.

Anmeldungen können bis Freitag bei der Diakonie unter Telefon 03921/256 65 59 oder per E-Mail an lehmann@diakonie-jerichowerland.de abgegeben werden. Spontane Besucher sind ebenfalls willkommen.