Burg l Anfang Juli wurde von der Filmförderungsanstalt (FFA) ein Soforthilfeprogramm für Kinos im ländlichen Raum ins Leben gerufen. „Das Programm der FFA ist für kleine Orte unter 25.000 Einwohner, so wie Burg“, sagt der Vorsitzende des Burger Kino-Vereins „Weitblick“, der das Burg-Theater betreibt, Bernd Goldbach. Im Fördertopf sind insgesamt fünf Millionen Euro, welche auf 200 Kinos aufgeteilt werden sollen. 25.000 Euro könnten also pro Kino in Sanierungsmaßnahmen investiert werden.

Bewerbung um Zuschuss

Die Kinos mussten sich bei der FFA um den Zuschuss bewerben. „Geldbedarf gibt es bei Kinos immer, besonders bei den kleineren Kinos auf dem Land“, so Goldbach. Über 200 Kinos beantragten die Fördermittel der Filmförderungsanstalt. Neue Bestuhlung, neue Lichtanlagen, Geld für Marketing-Maßnahmen - vieles wird gebraucht.

Bernd Goldbach plant mit der möglichen Förderung den Ausbau des Eingangsbereichs. „Wir haben beantragt, den Innenhof grundhaft auszubauen, weil durch verschiedene frühere Baumaßnahmen der Zugang zum Kino sehr uneben ist und Unfallgefahr besteht. Es reicht nicht, ein paar neue Platten hinzulegen. Der Untergrund muss auch erneuert werden“, so Goldbach.

Barrierefrier Zugang

Zusätzlich ist geplant, für Menschen mit Handicap einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. „Wir möchten eine Rampe mit einer sechsprozentigen Steigung, so wie es vorgeschrieben ist. Das sind die Vorgaben, damit jemand aus eigener Kraft die Steigung überwinden kann, ohne jemanden um Hilfe bitten zu müssen“, so Goldbach.

Der Förderzeitraum ist knapp bemessen. Anfang Juli wurden die Fördermittel ausgeschrieben, bereits Ende Oktober sollen die Maßnahmen abgeschlossen und die Rechnungen eingereicht sein, so Goldbach. „Das ist sportlich, wenn es um bauliche Investitionen geht. Viele Firmen haben erst im November oder im neuen Jahr Termine frei. Also musste man parallel zur Anmeldung auch schon Kontakt zu Firmen aufnehmen. Sonst kann man die Vorgaben nicht umsetzen.“

Über 100 Mitglieder unterstützen das Kino mit Geld oder Sachwerten. „Das können ganz unterschiedliche Unterstützungen sein, wie zum Beispiel Baumaterial oder eine Rechnung, die als Spende verrechnet wird“, so Goldbach.

Einnahmen decken Bedarf nicht

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Kinokarten decken den Finanzbedarf des Burger Kinos nicht. Trotzdem werden die Preise nicht angehoben. „Uns ist es wichtig, dass unser Kino auch für Familien und wenig Verdienende weiterhin nutzbar ist.“

Zunehmende Besucherzahl

Trotz der allgemein zurückgehenden Zahl von Kino-Besuchern wird das Burg-Theater vom Publikum konstant gut angenommen. „Wir freuen uns seit Jahren über eine zunehmende Besucherzahl, sind jetzt bei 17.000 Besuchern pro Jahr. Als wir das Kino vor fünf Jahren übernommen haben, waren es 3000 Besucher pro Jahr“, so der Vereinsvorsitzende. Goldbach sieht den Grund dafür unter anderem in dem besonderen Charme des Kinos mit Bar-Sesseln aus den 1960er Jahren.

Seit 1911 wird das Burg-Theater als Kino durchgehend betrieben und ist somit das älteste ständig genutzte Lichtspielhaus Deutschlands.

Das Burger Kino gehört zu den Programmkinos. Das bedeutet, dass nicht nur Blockbuster-Filme gezeigt werden, sondern auch besondere Filme mit einer anschließenden Diskussionsrunde. Oft werden auch Schauspieler und Regisseure eingeladen.