Burg l „Das ist sehr bewegend“, sagte Dr. Gerda Ganster, kurz bevor das Namensschild zu Ehren von Hans Schmidt im Burger Flickschupark enthüllt wurde. Die 83-jährige Nichte des Gartenarchitekten ist mit ihrem Lebensgefährten Zeuge, wie passend zur Landesgartenschau (Laga) die Leistungen von Hans Schmidt (1879 bis 1958) gewürdigt werden.

Immerhin sind beiden größten Kernbereiche der Laga – Goethe- und Flickschupark – untrennbar mit Schmidt verbunden, den Kenner auch als Gartenkünstler bezeichnen und der in Burg bleibende und eindrucksvolle Spuren hinterlassen hat, wie Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) und Dr. Elisabeth Rüber-Schütte vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie betonten. Hintergrund: Die Herrichtung beider Parkanlagen geht auf eine Spende der Unternehmergattin Albertine Flickschu zurück, die der Stadt im Jahr 1905 die großzügige Summe von 175.000 Mark vermachte – verbunden mit der Bedingung, mit Hilfe dieses Geldes einen öffentlichen Park zu schaffen. 1912 wurde Hans Schmidt mit der Gestaltung zweier entsprechender Anlagen beauftragt. Der Gartenarchitekt stammte aus Burg, hatte seine Ausbildung an der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark in Potsdam absolviert und sich in seiner Heimatstadt bereits mit der Gestaltung des Kaiser-Wilhelm-Platzes 1903 einen Namen gemacht. Nach seinen Entwürfen wurden die Bahnhofsanlagen, der heutige Goethepark, und der Flickschupark gestaltet. Beide Anlagen stehen unter Denkmalschutz.

Nachlass in Dessau

Nach umfangreichen Neugestaltungen und Sanierungsarbeiten sind sie heute „ein äußerst positives Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Denkmaleigentümer, Denkmalpflegern und ausführenden Akteuren“, so Elisabeth Rüber-Schütte. In diesem Zusammenhang standen das Leben und Werk des Gartengestalters Hans Schmidt erstmals im Fokus wissenschaftlichen Interesses. Sein reichhaltiger Nachlass, der sich heute im Dessauer Stadtarchiv befindet, wurde im Vorfeld der Neugestaltung seiner Anlagen in Burg systematisch erschlossen. „Das Ergebnis liegt nunmehr auch in Form einer qualitätsvollen, ansprechend gestalteten und reich bebilderten Publikation vor, die anlässlich der Landesgartenschau als Band 12 der Reihe ,Kleine Hefte zur Denkmalpflege‘ unter dem Titel ,Der Gartenkünstler Hans Schmidt und die Parkanlagen von Burg‘ erscheint“, sagte Rüber-Schütte, die in ihrem Grußwort zum Ausdruck bachte, dass die Denkmalpflege frühzeitig in die innerstädtische Gartenschau in Burg einbezogen wurde.

Dieses Miteinander habe sich für die Kreisstadt ausgezahlt, versicherte Rehbaum. Die Anlagen seien jetzt Besuchermagnete. „Die Resonanz zeigt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen und unsere Stadt ein Stück lebenswerter gestaltet haben.“

Davon ist auch Gerda Ganster überzeugt, die gern den Weg von Kleinmachnow (Brandenburg) nach Burg auf sich genommen hat. „Es ist beeindruckend zu sehen, was hier geschaffen wurde.“