Burg l Verbunden wird der 14. Februar oft mit Liebe und Zweisamkeit mit dem Partner. So wie man den Valentinstag gern verbringen würde. Aber bei weitem nicht alle Frauen können einen solch angenehmen, liebevollen Tag mit ihrem Partner verleben. Viele Frauen weltweit haben unter Gewalt und Unterdrückung zu leiden. Um diese Opfer sichtbarer zu machen und ihnen eine Stimme zu verleihen, findet am 14. Februar auch der Aktionstag One Billion Rising statt.

Zu diesem Anlass hatte sich auch das Team des Soziokulturellen Zentrums ein Programm überlegt, um die Bewohner Burgs auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Finanziell unterstützt wurden sie dabei vom Paritätischen Jugendwerk. Erst zum zweiten Mal fand eine eigenständige Veranstaltung zu One Billion Rising in Burg statt, berichtete Christina Etzold, Projektleiterin des Tea-Treffs. Im vergangenen Jahr wurde eine drastische Gewalt-Szene in der Burger Innenstadt inszeniert, um aufzuzeigen, was zahlreiche Frauen und Mädchen tagtäglich zu erleiden haben. In diesem Jahr lag der Fokus auf einem Tanz, den die teilnehmenden Mädchen einstudiert hatten und mit Radschlägen und Spagat auch akrobatisches Können unter Beweis stellten. Zuvor waren die Mädchen mit Plakaten, Ballons und Trillerpfeifen durch die Stadt gezogen, um lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam zumachen.

Dunkelziffer sehr viel höher

Dass der Aktionstag nötig ist, zeigen die Zahlen, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen belegen. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 135 Frauen durch ihre Partner oder ehemaligen Partner getötet. Somit stirbt in Deutschland alle 72 Stunden eine Frau durch Gewalt in der Partnerschaft. Hinzu kamen 15 Kinder, die in diesem Rahmen ebenfalls Opfer dieser Verbrechen wurden. Weitere 63 Frauen wurden lebensgefährlich verletzt. Hierbei handelt es sich um die offiziellen Zahlen, die von der Polizei veröffentlicht wurden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Dunkelziffer sehr viel höher ist, denn viele Frauen zeigen einen gewalttätigen Partner nicht an.

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Die Mädchen, die im Soziokulturellen Zentrum an den Vorbereitungstagen teilgenommen haben, hatten einen Tanz zum One-Billion-Rising-Song „Break the chain“ ebenfalls einstudiert und dafür gesorgt, dass mehrere Personen überrascht stehen blieben und sich anschließend an den Informationsständen mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen vertraut machten.

Keine harmlosen Ausreden

Das Thema sichtbar zu machen und Personen zu sensibilisieren, wenn sie mitbekommen, dass jemand darunter leidet, ist ein Ziel der Aktion. Gewalt in der Partnerschaft kann jeden treffen. Die Nachbarin, die Arbeitskollegin oder die Bekannte, die immer wieder versucht, harmlose Ausreden für blaue Flecken zu erfinden. So zeigte es zumindest die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlichte Studie mit dem Titel „Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen“. Die Forschung belegt, dass jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt durch den eigenen Partner erlebt, heißt es in der Publikation der Studie.

Mit One Billion Rising soll noch stärker auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden. Die Opfer der Taten sollen vor allem sehen, dass sie nicht allein sind, sich nicht dafür schämen müssen, Gewalt erfahren zu haben und dass es für sie Hilfsangebote gibt. Auf der Internetseite www.hilfstelefon.de oder unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116016 können sich Betroffene oder Interessierte rund um die Uhr kostenlos informieren oder Kontakte zu weiteren Hilfseinrichtungen erhalten.