Burg l „Als ich angefangen habe, da war es für viele Kameraden undenkbar, dass Männer im Einsatz Frauen neben sich haben“ – Bernd Girke, stellvertretender Kreisbrandmeister und seit vielen Jahrzehnten in der Feuerwehr tätig, findet deutliche Worte. Und ein kurzer Blick in die Kantine der Berufsschule zeigt: Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

Der Landkreis hat am Donnerstag rund 90 Feuerwehrfrauen und Ehrenamtlerinnen vom Technischen Hilfswerk (THW) zu einer Vorfeier anlässlich des heutigen Frauentags geladen. Aus allen Wehren im Kreis sind Vertreterinnen nach Burg gekommen. Auch Anja Schubert von der Feuerwehr Möser hat sich über die Einladung des Kreises gefreut.

„Oft tun sich die älteren Generationen schwer, nicht in meiner Feuerwehr, aber generell hört man das immer wieder.“ Das kennt auch Stefanie Hamann von der Biederitzer Wehr. „Ich wollte zur Feuerwehr, um Menschen zu helfen.“ Dabei laufe der Weg in die Feuerwehr oft über die eigene Familie. „Wenn die eigene Mutter, Tante, Schwester in der Feuerwehr ist, dann kommt man meistens auch irgendwann dazu.“

Dieses ehrenamtliche Engagement zelebriert der Landkreis im dritten Jahr. Die Idee dazu stammt unter anderem aus der Feder von Kerstin Auerbach (Die Linke). „Es gab vor drei Jahren eine Veranstaltung der AfD in der Stadthalle Burg und wir wollten gerne eine Gegenveranstaltung machen“, so die Förderschullehrerin.

Unter dem Motto „Ehre das Ehrenamt“ sind es in diesem Jahr die Wehren des Kreises, die im Mittelpunkt stehen sollen. „Wir sind sehr stolz, dass die Veranstaltung jetzt Fuß gefasst hat“, so Auerbach, die den Abend auch moderierte.

Diesen Respekt vor dem Ehrenamt betonte auch noch einmal Landrat Steffen Burchhardt (SPD). Er ist seit Beginn Schirmherr der Veranstaltung und lobte das ehrenamtliche Engagement der Frauen. „Wir brauchen diese Farbtupfer in den Wehren“, erklärte der Landrat.

Gleiche Arbeit, egal ob Mann oder Frau

Einer dieser strahlenden Tupfer ist Mandy Stübing. Für sie war der Beitritt zur Feuerwehr auch ganz einfach Teil des Dorflebens. Die Feuerwehrfrau aus Gladau hat sich von Anfang an wohlgefühlt. „Die Männer haben sich mir gegenüber nie anders verhalten.“

Das betont auch ihre Kameradin Diana Wille von der Feuerwehr Glaudau: „Es ist ja schließlich die gleiche Arbeit, die wir leisten.“