Burg l Jeden Tag besucht auch Wolfgang Salbach das Urnengrab seiner Frau in der liebevoll angelegten und gepflegten Ruhegemeinschaft auf dem Burger Ostfriedhof. Jeden Tag erinnert er sich an die vielen gemeinsamen Jahre. Wie ein Stich ins Herz wirken da solche Momente, an denen der Rentner an das Grab herantritt und feststellen muss, dass die zuvor liebevoll gestaltete Pflanzschale wieder einmal leer ist. Zweimal hat er in den zurückliegenden Wochen und Monaten neue und hochwertige Pflanzen, die einige Witterungseinflüsse überstehen, eingesetzt. Zuvor hatten sich Unbekannte bedient. Wolfgang Salbach weiß: „So ergeht es nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Leuten, mit denen ich täglich spreche. Was sind das für Menschen, die so etwas tun?“

Während sich viele andere auf die eine oder andere Weise offenbar mit der Situation abgefunden haben, wie der 84-Jährige meint, sucht er den direkten Kontakt zur Polizei und Stadtverwaltung. „Er fordert jeden Betroffenen auf, Anzeige zu erstatten. „Und ich habe die Hoffnung, dass die Friedhofsbesucher mit offenen Augen durch die Anlage gehen“, sagt Wolfgang Salbach.

Zwei Wochen Ruhe

Darauf setzt auch Gärtnermeister André Burmester, der den Friedhof wie seine Westentasche und unzählige Angehörige persönlich kennt. Er bestätigt: „Nach dem Volksstimme-Beitrag Mitte Juni gab es ungefähr zwei Wochen keine Klagen. Dann aber setzte die Klauerei wieder ein, derzeit hauptsächlich aus Schalen.“

Bilder

Ähnliche traurige Erfahrungen halten bei Dieter und Marlies Hammerstein aus Burg an. Die Familie hat es arg getroffen. Mehrere Male wurden Pflanzen vom Grab der Tochter gestohlen. „In den vergangenen Wochen wieder zweimal“, sagt Marlies Hammerstein. „Es hört einfach nicht auf.“

Anzeige erstatten

Polizei-Pressesprecher Falko Grabowski versichert, dass die Regionalbereichsbeamten auch den Friedhof im Auge haben und Kontrollen durchführen. Er appelliert in diesem Zusammenhang, bei einem Diebstahl in jedem Fall eine Anzeige zu erstatten. „Auch wenn der einzelne Wert möglicherweise nicht sehr hoch ist, hilft es, ein reelles Bild von der tatsächlichen Situation zu bekommen“, so der Polizist.

Darum bittet auch die Stadtverwaltung. „Es ist wichtig, dass eine Anzeige erstattet wird oder Hinweise gegeben werden“, bestätigt Wieland Günther, der weiß, wie schwierig es ist, solche Täter zu finden. Auch die Mitarbeiter des Bauhofes, die auf dem Friedhof tätig sind, seien sensibilisiert.

Wolfgang Salbach hofft nun, dass endlich etwas passiert. „Nach dem Schock hat bei vielen die Resignation eingesetzt. Das kann doch nicht der Normalzustand sein ...“