Burg  l In einem Wettbewerb für „Grabgestaltung und Denkmal“ waren Steinmetze und Steinbildhauer aus Sachsen-Anhalt aufgerufen, Entwürfe für Grabmale – Urnen, Einzelgräber, Doppelgräber sowie fließende Formen – einzureichen. Insgesamt elf Grabkünstler sind dem Aufruf gefolgt und haben 32 Beiträge eingesandt.

Der Ausstellungsbereich „Grabgestaltung und Denkmal“ ist auf Landesgartenschauen stets ein Besuchermagnet und Highlight. Deshalb war die Jury auch gespannt auf die Anzahl und Qualität der Wettbewerbsbeiträge.

Jury mit Burger Experten

Die Jury um Dominik Patté vom Arbeitskreis Friedhof der Landesinnung Sachsen-Anhalt des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks zusammen, trat zusammen, um acht Urnen-, sieben Einzel-, vier Doppelgrabstellen sowie fünf fließende Grabformen zu besetzen.

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„Mit der heutigen Entscheidung über die Grabstellen legen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für das Landesgartenschau-Jahr 2018. Der Auswahlprozess läuft über ein Punktesystem, bei dem jeweils anhand von fünf Kriterien wie Form, Bearbeitung oder Gesamteindruck Punkte vergeben werden“, erläutert Dominik Patté das Verfahren.

Als Material dürfen Naturstein, Holz und Metall verwendet werden – auch in Kombination. Andere Materialien wie Glas oder Edelstahl sind als Beiwerk zugelassen und in den Beiträgen auch eingesetzt worden.

Außergewöhnliche Entwürfe

Sonnhild Noack, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Burg 2018 GmbH, ist nach der Werkschau begeistert: „Es sind einige außergewöhnliche Entwürfe dabei, und ich glaube, es wird schwer werden, sich zu entscheiden.“

Auch Frank Schröder, Gärtnerisch-Technischer Leiter der Landesgartenschau Burg 2018 GmbH, schließt sich der Meinung an: „Die Qualität ist sehr gut, die Beiträge sehr kreativ. Der Stilmix überzeugt. Die Besucher können sich auf einen sehr schönen Ausstellungsbeitrag freuen.“

Besonderes Urnengrab

Den Wettbewerb hat unter anderem ein Beitrag aus Annaburg für sich entscheiden können. Das Urnengrab fällt mit seiner grünen Farbe, dem Gestein Hessisch Neugrün, aus der Reihe.

Auf einer Fläche von 45 mal 45 Zentimetern sind 25 Flächen aufgebracht, wobei eine, die in der Mitte, vertieft ist. Hier kann sich Wasser sammeln und Samen neu aufkeimen. Dieses mittlere Stück symbolisiert das Neue, was entstehen kann.

Ein anderes Grabmal – als Doppelgrab angelegt – symbolisiert mit seiner fließenden, nach oben strebenden Formgebung den Baum des Lebens. Der Durchbruch im oberen Teil der Stele hat die Form eines Samenkorns, das in der Erde stirbt, um eine Pflanze entstehen zu lassen.

Eine besondere Gestaltungsvariante ist die fließende Grabform, bei der feste Grenzen aufgehoben sind und Gräber ineinander übergehen. Auf der Burger Landesgartenschau werden pro Beet jeweils drei Gräber in die Landschaft eingepasst. Aus dieser Kategorie stechen zwei Entwürfe heraus, ein in Stein gehauener keltischer Knoten ohne Anfang und Ende sowie ein Schlagzeug aus Granitstein.

Die Ausstellung der Gräber findet auf einer Fläche des ehemaligen Westfriedhofs – gerahmt von Themengärten und Ehrenmalen – seine Heimstätte. Damit die Gräber im nächsten Jahr auch bepflanzt werden, folgt im nächsten Schritt die Zulosung der Gräber zu den Friedhofsgärtnern durch den Landesverband Gartenbau Sachsen-Anhalt.