Burg/Genthin l Die Schwarzwildbestände im Jerichower Land sind nach wie vor zu hoch. Vor allem angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP), die sich immer mehr in Richtung Deutschland ausbreitet. Allerdings: Eine effektive Bejagung der durchaus gewieften Borstentiere stellt selbst erfahrene Jäher vor Herausforderungen. Wildschweine sind zumeist nachtaktiv, weniger ortsgebunden und legen oftmals viele Kilometer zurück. Zudem werden die Rotten (Tierverbände) immer größer.

Darüber hinaus bleiben bestehende Anreize erhalten beziehungsweise werden leicht verändert. So haben sich die sechs schweinehaltenden Betriebe, die den Privatfonds speisen, mit dem Landkreis entschlossen, die Untersuchung auf Trichinen (Fadenwürmer) auf einen Betrag von 7,50 Euro pro Untersuchung zu begrenzen. Weiterhin wird für jedes zusätzliche Wildschwein, das in dem jeweiligen Revier gegenüber der Vorjahresstrecke geschossen wird, eine Prämie in Höhe von 25 Euro gezahlt. „Damit kommen wir den Jägern, die einen erheblichen Mehraufwand leisten, auch im neuen Jagdjahr entgegen“, betont der Kreisjägermeister.

„Nur mit Einzeljagden lassen sich die Bestände nicht effektiv reduzieren“, sagt Kreisjägermeister Hartmut Meyer, der selbst abends oder morgens das Büchsenlicht in seinem Revier ausnutzt. Um die Strecken an Wildschweinen zu erhöhen, werden jetzt revierübergreifende Jagden mit geprüften Hunden finanziell gefördert. Konkret mit 25 Euro pro Hund und Jagdtag. Dieser Zuschuss wird deshalb gezahlt, weil ausgebildete Hunde, die zuvor eine entsprechende Prüfung abgelegt haben, in der Lage sind, Wildschweinrotten aufzuspüren und an ihnen hartnäckig dranzubleiben. Auf diese Weise können geübte Schützen eine größere Anzahl an Schwarzkitteln zur Strecke bringen. Mit dieser finanziellen Förderung soll es Jagdpächtern auch eher gelingen, Hundeführer mit ihren Meuten zu ordern. Teilweise legen diese für jagdliche Einsätze etliche Kilometer zurück.

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Jagd mit Hunden als Fortschritt

Der Jagd-Finanzfonds wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und wird durch den Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Peter Deumelandt, koordiniert. Mit dem Geld wurden die Trichinenuntersuchung in Höhe von 13,49 Euro und die zusätzliche Strecke je Tier in Höhe von ebenfalls 25 Euro finanziert.

Die neue, dritte Fördersäule – die Jagd mit Hunden – bezeichneten auch Landrat Steffen Burchhard (SPD) und sein Vize Thomas Barz (CDU) als „großen Schritt nach vorn“. Beide dankten den Schweinezucht- und Mastbetrieben für ihr Engagement. Durch den Fonds konnten im vergangenen Jahr 35 Prozent der im Landkreis geschossenen Wildschweine auf Trichinen untersucht werden. „Es ist wichtig, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Afrikanische Schweinepest fernzuhalten“, betonte der Landrat.

Einheitliche Regelung finden

Hartmut Meyer machte in diesem Zusammenhang klar, dass die Erstattung der Gebühren eine freiwillige Leistung darstelle. „Es ist daher an der Zeit, dass die zuständigen Behörden auf Landesebene tätig werden und eine einheitliche Regelung zum Verzicht auf die Gebühren gefunden wird.“ So könnten die Weidmänner und -frauen weiter motiviert werden, die Jagd zu intensivieren.

Die Infektion mit der Afrikanischer Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung, die durch einen Virus übertragen wird und fast immer tödlich verläuft. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oft nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.