Feuerwehrgerätehaus Körbelitz

Gemeinde Möser finanziert Ausbau aus eigener Tasche

Der Gemeinderat Möser hat am Dienstagabend beschlossen, den dringend notwendigen Um- und Ausbau des Feuerwehrgerätehauses Körbelitz aus eigener Tasche zu finanzieren. Versuche, an Fördermittel zu gelangen, waren zuvor gescheitert.

Von Anke Reppin
Das Feuerwehrgerätehaus in Körbelitz muss dringend aus- und umgebaut werden.
Das Feuerwehrgerätehaus in Körbelitz muss dringend aus- und umgebaut werden. Foto: Anke Reppin

Körbelitz - Aufgrund der Dringlichkeit solle mit der Baumaßnahme jetzt begonnen werden, hatte Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) bei der Sitzung des Finanzausschusses bereits geworben. Ein so genannter vorzeitiger Maßnahmebeginn sei nicht genehmigt worden. Insofern würde ein Baubeginn gleichzeitig den Verzicht auf Fördermittel bedeuten. Dem stimmte der Gemeinderat am Dienstagabend zu.

Schon seit Jahren ist der notwendige Um- und Ausbau des Feuerwehrgerätehauses Körbelitz im Gespräch. Zunächst hatten auch Grundstücksfragen geklärt werden müssen, denn das Gerätehaus soll vergrößert werden.

Im Juni 2018 hatte die Gemeinde dann einen Fördermittel-Antrag gestellt. Im Mai 2019 hatte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalts den Antrag abgelehnt. Es wies aber darauf hin, dass ein erneuter Antrag gestellt werden könne. Die erneute Antragstellung erfolgte im September 2019. Im Mai 2020 bestätigte das Landesverwaltungsamt lediglich den Eingang des Antrages.

Die Gemeinde Möser beantragte derweil für die geplante Umbau- und Erweiterungsmaßnahme eine Baugenehmigung beim Landkreis Jerichower Land. Die Genehmigung wurde im Januar 2021 erteilt. Weil eine Entscheidung über den Förderantrag nach wie vor ausstand, beantragte die Gemeinde im Mai 2021, vorzeitig mit der Maßnahme beginnen zu dürfen. Diese Ausnahmegenehmigung konnte nicht erteilt werden. Es sei noch nicht bekannt, in welchem Umfang Haushaltsmittel im Jahr 2021 zur Verfügung stehen und, ob diese Mittel für die Berücksichtigung aller Zuwendungsanträge ausreichen werden, so das Landesverwaltungsamt. Erst nach Bekanntgabe des Mittelumfangs durch das Ministerium für Inneres und Sport könnten Ausnahmegenehmigungen für einen vorzeitigen Maßnahmebeginn erteilt werden.

Doch darauf wollen die Verwaltung und die Gemeinderäte nicht warten. Denn der Um- und Ausbau wird dringend benötigt. Das bestehende Feuerwehrgerätehaus Körbelitz sei ursprünglich für maximal 17 aktive Einsatzkräfte geplant gewesen, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Inzwischen sei die Ortsfeuerwehr Körbelitz bereits auf 26 Kameraden im aktiven Einsatzdienst angewachsen.

Die Feuerwehrunfallkasse mahne bereits seit 2015 bestehende Mängel an. So müssen sich die Kameraden in der Gerätehalle umkleiden und haben dazu aus Platzmangel lediglich 60 Zentimeter Platz zur Verfügung. Es sei zudem nicht möglich, Schränke für die Kameraden aufzustellen.

Darüber hinaus ist eine Absauganlage für die Fahrzeug- und Motorenabgase nicht vorhanden, aber vorgeschrieben. Die Sanitäranlagen sind unzureichend. Verkehrs-, Flucht- und Rettungswege sind nicht ausreichend vorhanden. Ebenso wenig notwendige Lagerflächen.  Zurzeit wird die Feuerwehrausrüstung in den ehemaligen Räumlichkeiten des Jugendclubs in der Alten Schule Körbelitz, in der Breiten Straße, gelagert.

Der Gemeinde als Träger der Feuerwehr seien die Mängel seit Jahren bekannt, so die Begründung der Gemeindeverwaltung für die Finanzierung des Umbaus aus eigener (Gemeinde-)Tasche. Würden die Mängel nicht abgestellt, sei das Gerätehaus zu schließen.

Für das Vorhaben stehen in dem am Dienstag beschlossenen Haushalt der Gemeinde Möser für das 2021 insgesamt gut 538 000 Euro aus 2020 zur Verfügung. Der Abschluss der Arbeiten ist im kommenden Jahr geplant. Dafür sollen in den Haushalt 2022 zusätzliche 80 000 Euro für die wegfallenden Fördermittel eingestellt werden.