Gommern l Ein Musikensemble der Generationen zu etablieren, war die Ursprungsidee des Projektes „Kultur macht stark“. Auftritte beim Stadtfest waren fest eingeplant. Gemeinsames Proben und Auftreten ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie jedoch so gut wie unmöglich. Die Schüler, die wissen, wie viel sie unterwegs sind und zu wie vielen Leuten sie Kontakt haben, wollen kein Risiko eingehen, unter Umständen ältere Leute anzustecken.

Trotz der aktuell schwierigen Bedingungen hat Niclas Rotermund, der als FSJler an der Europaschule Gymnasium Gommern (EGG) das Projekt betreut, das Ziel fest vor Augen: In den nächsten Jahren soll sich langsam ein Miteinander aufbauen, bis es irgendwann ganz selbstverständlich ist, dass Jung und Alt etwas gemeinsam machen.

Auftritt vor Seniorenresidenz

In einem ersten Schritt sind im Herbst zwei Veranstaltungen vorgesehen. So wollen die Gymnasiasten vor der Seniorenresidenz in Gommern auftreten. Außerdem ist ein Konzert in der Basilika des Leitzkauer Schlosses geplant.

Zwar sollen möglichst viele Schüler für das Projekt gewonnen werden, zugleich ist die Teilnahme aber unbedingt freiwillig. Jeder, der mitmacht, soll mit Freude dabei sein. „Sonst geht der Grundgedanke des Projektes verloren“, sagte Niclas Rotermund.

Jazz bringt Jung und Alt zusammen

Er freut sich über die Unterstützung durch Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos). Als Kontakt zur Stiemerling-Seniorenresidenz klärte er ab, wann und wie das Konzert im Freien stattfinden kann. Ein Termin war schnell gefunden: am 13. Oktober um 10 Uhr. Als im Frühjahr Dr. Jens Arndt und sein Sohn Frithjof im Eingangsbereich auftraten, hatten sich die Heimbewohner sehr über das kleine Konzert gefreut.

„Jugend macht Jazz für Jung und Alt“ lautet das Motto der zweiten Veranstaltung, die in Leitzkau stattfinden soll. Jazz ist ein Thema, das Niclas Rotermund sehr am Herzen liegt. Er nutzt sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auch, um sich auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Er möchte Jazz-Schlagzeug studieren.

Ehemalige setzen sich für Schule ein

Seine Aufgaben als FSJler findet er dabei ebenso wichtig. Die Übung im Organisatorischen könne für er für sein späteres Berufsleben auch gebrauchen. Während er sich an der EGG um den künstlerischen und Veranstaltungsbereich kümmert, hat der zweite FSJler seinen Schwerpunkt im Bereich Sport.

Schulleiterin Dagmar Riwaldt sieht es als sehr gutes Zeichen, dass ehemalige Schüler wie Niclas Rotermund ein Freiwilliges Soziales Jahr am Gymnasium absolvieren wollen. „Das spricht für unsere Schule.“ Mehrere Praktikanten haben das in diesem Schuljahr ebenfalls schon bewiesen.

Computerkurs und Zeitzeugen

Auf die Umsetzung des Projektes freue sie sich. Es sei ganz wichtig, dass die Generationen zusammenarbeiteten. An der Europaschule sei das aber nichts Neues, sagte die Schulleiterin mit Blick auf den Computerkurs, den Schüler für Senioren anboten oder auf die Einbindung von Zeitzeugen in der Projektarbeit.

Genauso positiv steht Jens Hünerbein dem neuen Projekt der Europaschule gegenüber. „Das ist ein super Projekt, wenn sich die Jugend für die reifere Generation stark macht.“ Er finde das Vorhaben „toll“.

2500 Euro für Technik

Wegen der Einschränkungen der Coronavirus-Pandemie steht hinter einer Gesprächsrunde zum Thema ein großes Fragezeichen. In früheren Projekten der Europaschule waren die Diskussionen ein gelungenes Mittel, die Öffentlichkeit einzubeziehen, die Projekte mitten in der Stadt zu verorten.

Gefördert wird „Kultur macht stark“ durch die Lagfa, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt. Die 2500 Euro können unter anderem für Technik verwendet werden.