Burg l Das Gerücht der drohenden Schließung der Aldi-Filale an der Zerbster Chaussee in Burg hat sich bestätigt. Pressesprecher Manuel Sentker bestätigte am Donnerstag gegenüber der Volksstimme, dass der Verkaufsbetrieb ab 2. August eingestellt wird. „Grund hierfür ist, dass sich die bestehende Filiale nicht für unser neues Filialkonzept ,ANIKo‘ (Aldi Nord Instore Konzept) eignet, das derzeit im gesamten Aldi -Nord-Gebiet im Zuge der Modernisierung unserer Filialen ausgerollt wird.“

Der Konzern habe mit der Stadt bislang keine Einigung „bezüglich eines möglichen Ausweichstandortes, unweit von der bestehenden Filiale entfernt, erzielen können.“ Trotzdem hoffe das Unternehmen noch auf eine gemeinsame Lösung, so der Sprecher. Die Mitarbeiter würden auf umliegende Filialen verteilt und bleiben somit alle bei Aldi Nord beschäftigt.

Umsatzeinbußen befürchtet

Laut Stadtverwaltung verfüge das Objekt derzeit über eine Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern. „Es besteht die Möglichkeit, auf 800 Quadratmetern zu erweitern. Das wollte Aldi nicht, vielmehr wurde eine Erweiterung auf 1200 Quadratmeter angefragt“, erläuterte Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth.

Das Büro Junker und Kruse, das das Einzelhandelskonzept für Burg entwickelte, habe bei dieser Größenordnung „negative Auswirkungen“ befürchtet. So würden bei sinkender Bevölkerungszahl Umsatzeinbußen der umliegenden Nahversorger befürchtet. Auch eine Erweiterung auf 1000 Quadratmeter und eine Verlagerung des Standortes nahe der Kreuzung zum Conrad-Tack-Ring sieht die Stadt skeptisch. Nicht zuletzt deshalb, weil die Frage der alten Standortes nicht geklärt gewesen sei, so Ruth. Denn Aldi ist nach Informationen der Volksstimme Mieter und hat einen Erbbaupachtvertrag abgeschlossen.

Wie die Volksstimme erfuhr, hätten auch andere Großmärkte eine Erweiterung ins Auge gefasst, was die Stadt ablehnte. Die Schließung der Aldi-Filiale im Sommer ist für die Stadt indessen eine neue Nachricht. Ruth: „Sicher haben weitere betriebswirtschaftliche Überlegungen eine Rolle gespielt.“ Seinen Worten zufolge hätten bereits andere Anbieter Interesse am Aldi-Objekt gezeigt. „Insofern besteht auch die Möglichkeit, dass ein anderer Mieter diese Liegenschaft nachnutzt.“

Verdrängung vermeiden

Bau- und Umweltausschussvorsitzender Clemens Engel (CDU) bedauerte die Schließung des Marktes. „Das ist erst einmal schade. Auch deshalb, weil ich in der Nähe wohne. Aber wir müssen auch die gesamte Marktsituation in Burg betrachten und unnötige Verdrängungswettbewerbe vermeiden. Die Stadt sollte auf jeden Fall mit Aldi im Gespräch bleiben.“