Biederitz l Mit einem 1:1 ging der FC Magdeburg am Wochenende aus seinem dritten Spiel der Saison. Für jede der beiden Mannschaften gab es damit einen Punkt. Die Fans der gegnerischen Mannschaft FC Ingolstadt konnten somit noch erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Im Fall von drei Fans der auswärtigen Mannschaft ging es aber nicht gleich wieder nach Hause, sondern zu ihrer Übernachtungsstätte, dem Biederitzer Campingplatz.

Von der Tat überrascht

Auf dem Weg vom Bahnhof zum Campingplatz in Höhe der Lokalität „Am Ehlestrand“ wurden die drei Ingolstädter dann von FCM-Fans überrascht. Im Polizeibericht heißt es zum weiteren Geschehen, dass die Ingolstädter von fünf Fans des FCM angesprochen wurden, die die Herausgabe der Schals und Trikots verlangt wurde. Täten sie dies nicht, würden sie etwas in die „Fresse“ bekommen.

Die Ingolstädter gaben ihre Fan-Artikel heraus. Nach der Übergabe verließen die bislang unbekannten Magdeburger Fans die Örtlichkeit in Richtung Zentrum Biederitz.

Polizei sucht Zeugen

Die Ingolstädter informierten die Polizei, diese hat jetzt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und sucht nach Zeugen für das Geschehen. Hinweise nimmt das Polizeirevier Jerichower Land rund um die Uhr unter der Telefonnummer 03921/92 00 entgegen.

Polizeisprecherin Cordula Gobel ordnet das Geschehen als räuberische Erpressung ein. „So ein Verhalten kennt man in der Fußballszene“, sagt sie, das komme immer mal wieder vor. Allerdings sei das eher selten im Jerichower Land, meist finde so etwas eher in den Vereinsstädten statt, in diesem Fall eben in Magdeburg.

FCM distanziert sich

Der FC Magdeburg distanziert sich auf Volksstimme-Nachfrage klar von solchen Taten und verurteilt sie. „Es ist sehr bedauerlich, dass es zu so einem Übergriff gekommen ist, der 1. FC Magdeburg hofft, dass die Ingolstadt-Fans unbeschadet ihren Heimweg antreten konnten. Unabhängig davon verurteilt der 1. FC Magdeburg diese Tat und hofft, dass die zuständige Polizei diesen Sachverhalt vollumfänglich aufklären kann. Erpressung oder andere räuberische Delikte sind keine Werte der Fankultur des 1. FC Magdeburg“, betont Norman Seidler von der FCM-Pressestelle.

Verein distanziert sich

Es wäre für den Verein auch schwierig, hier tätig zu werden, denn schließlich hat niemand Zugriff auf das, was außerhalb des Stadions passiert. „Wir können in der Hinsicht nur alles dafür tun, unsere Werte vorzuleben“, sagt Seidler, und das schließe solch ein Verhalten aus.

Vereinsschädigend

„Um genau zu sein sind solche Vorgänge vereinsschädigend“, sagt er weiter. Würde hier einem Vereinsmitglied eindeutig eine solche Tat nachgewiesen, kann laut Satzung des Clubs das Mitglied vom Verein ausgeschlossen werden, weil es „in grober Art und Weise gegen die Vereinsinteressen verstoßen hat“. (Paragraf 9, Absatz 1, Satzung des FCM)

Allerdings bleibt auch fraglich, inwiefern es wirklich Fans des FCM waren. Frank Küssner, Sprecher der Polizeidirektion Nord räumt ein: „Ein Teil der Tatverdächtigen hat FCM Utensilien getragen, ob es aber richtige Fans sind, die auch Mitglieder des Vereins sind, kann man deshalb natürlich nicht mit Sicherheit sagen.“ Damit nehme man den Verein in eine Mithaftung, was an der Stelle nicht richtig sei und tue dem Verein damit Unrecht. „Die Täter sind eben noch nicht ermittelt, man kann noch nichts genaues sagen, aber eben auch nichts ausschließen“, so Küssner.