Gommern l Mit der Festlegung des Bundesverkehrswegeplanes, die Ortsumgehung der B 246a zu streichen, will sich Gerhard Flögel aus Gommern nicht zufrieden geben. Er hat das Thema im Petitionsausschuss des Magdeburger Landtages eingebracht und will mit einer Unterschriftensammlung den Druck erhöhen. In den letzten Jahren habe der Verkehr auf der B 246a enorm zugenommen, sagte Gerhard Flögel. Ein wesentlicher Grund sei in der neuen Brücke über die Elbe bei Schönebeck zu finden. Die Altstadt Gommerns, durch die sich die B 246a schlängele, sei für das Fahrzeugaufkommen aber überhaupt nicht geeignet.

Die Altstadt zeichnet sich, wie der Name schon suggiert, durch enge Straßen und eine nahe Bebauung an der Fahrbahn aus. Trotzdem werden bei Stau auf der A2 Lkw und Pkw über die A14 und Abfahrt Schönebeck gelenkt. Als Beispiel nannte er den Mega-Stau vom 6. November 2018. „Die Autos müssen dann alle mitten durch Gommern durch.“ Nicht zuletzt seien auch das Schulzentrum und die Sportstätten an der Magdeburger Straße betroffen.

Als 2016 der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans die Ortsumgehung der B 246a nicht mehr berücksichtigte, legte Gerhard Flögel, der auch nach seiner Zeit als Gommeraner Stadtrat das Interesse an den Themen Verkehr, Bau und Umwelt nicht verloren hat, Widerspruch beim Berliner Verkehrsministerium ein. Aber mehr als eine Nummer für seinen Vorgang habe das nicht gebracht, blickte er zurück.

Der Gommeraner ließ sich davon nicht entmutigen und schaltete den Petitionsausschuss des Bundestages ein. Im Herbst 2017 erhielt er auch hier eine Ablehnung. „Dann wollte ich eigentlich nichts mehr unternehmen“, sagte Gerhard Flögel.

Einsatz

In Ruhe gelassen hat ihn das Thema aber trotzdem nicht. Die Berichterstattungen zu den Ortsumgehungen Coswig und Aschersleben haben den engagierten Gommeraner angeregt, sich doch weiter für das Projekt einzusetzen. Bestärkt fühlte er sich zudem durch Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos), der zum Neujahrsempfang die Forderung nach einer Ortsumgehung für die B 246a bekräftigt hatte.

Gerhard Flögel schickte ein Schreiben an das Magdeburger Verkehrministerium und an den Landtag Sachsen-Anhalt. Im März wird sein Anliegen vom Petitionsausschuss behandelt. Um dem Nachdruck zu verleihen, hat er in dieser Woche eine Unterschriftensammlung gestartet. In den Vereinen, in denen er selber Mitglied ist, hat er seine Position vorgestellt. Mit Karl-Heinz Nickel, Wolfgang Haberhauffe und Kurt Stach hat er inzwischen drei aktive Mitstreiter an seiner Seite.

Der Initiative für die Ortsumgehung geht es darum, das Verkehrsaufkommen in der Stadt zu reduzieren und damit die Feinstaubbelastung und den Fahrzeuglärm. „Wir haben drei Ampeln im Stadtgebiet, an denen die Fahrzeuge abbremsen und anfahren müssen. Die Belastung ist enorm“, sagte Gerhard Flögel. Belastet werden die direkten Anlieger und auch die Fußgänger und Fahrradfahrer. Dass es vor wenigen Tagen einen tödlichen Unfall mit einem Fahrradfahrer gegeben hat, ist für ihn ein mahnendes Beispiel. Auch wenn der Radfahrer kein Licht eingeschaltet hatte.

Als Lösung schlägt Gerhard Flögel eine rund drei Kilometer lange Umfahrung von Gommern vor, die den Naturschutz tangiere, aber nicht durchschneide, wie er betonte. Seine Strecke führt hinter dem Wohngebiet Schenkenteich wieder auf die B 184. Die Ortsumfahrung, die auf dem Gommeraner Stadtplan mit einer Strichellinie schon angedeutet wurde, führt vor dem Wohngebiet entlang und würde es von der Stadt abtrennen.

Die Unterschriftenlisten liegen zu den üblichen Öffnungszeiten im Gommeraner Rathaus aus.