Gommern l Spaß haben und etwas dazulernen. Das stand für die Jugendlichen, die am Graffiti-Workshop der Awo in Gommern teilgenommen haben, im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Graffiti-Künstler Yves Paradis und Annett Koczak, Kunstlehrerin an der Ganztagssekundarschule „Fritz Heicke“, verschönerten sie die Wand der Eintracht-Sporthalle im Gommeraner Sportforum.

Einiges dazu gelernt

„Einiges habe ich schon gekonnt, aber auch einige Sachen dazu gelernt“, erzählte Dennis, der sich seit zwei Jahren mit Graffiti beschäftigt, und wie Niklas schon beim ersten Durchgang im Sommer dabei gewesen war. Damals war die gesamte Länge der Eintracht-Sporthalle aber nicht zu schaffen gewesen.

Für die Fertigstellung ermöglichte der Awo-Nachbarschaftstreff Burg, der anfangs in Gommern seinen Sitz hatte, die Finanzierung. Dabei ausschlaggebend war nicht zuletzt, dass die Awo eine Kooperationsvereinbarung mit der Einheitsgemeinde Gommern über die freie Jugendarbeit geschlossen hat und mit Mirko Jekel als Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) im Gommeraner Jugendclub engagiert ist.

Bilder

Neuland

Mirko Jekel gehörte wie Fabian Borghardt vom Nachbarschaftstreff zu den Sprayern an der Sporthallenwand. „Für mich ist das Neuland“, erzählte Mirko Jekel. „Ich musste das erstmal üben, aber es macht Spaß.“ Gerne wollen die Jugendlichen ihren Jugendclub ebenfalls mit Graffiti verschönern.

Auch Emily lernte in dieser Woche, wie man Graffiti sprüht. Mit Yves Paradis hatten die Jugendlichen einen sehr geduldigen Profi an ihrer Seite, der ihnen Schritt für Schritt weiterhalf.

Legale Sprüh-Wand

Inzwischen zum dritten Mal war der in Montreal (Kanada) geborene, aber in Deutschland lebende Graffiti-Künstler für eine Graffiti-Aktion in Gommern. Er freute sich sehr, als er hörte, dass es in Gommern jetzt auch eine legale Wand zum Sprühen – die Mauer entlang des Sportplatzes am Volkshaus – in der Ehlestadt gibt. An legalen Wänden in Montreal hat er vor zwölf Jahren mit dem Sprayen begonnen. Sein Vorbild war sein älterer Bruder.

„Und es macht einfach Spaß, etwas mit anderen zu machen“, setzte Emily hinzu. „Ich male sehr gerne und hier konnten wir wirklich viel lernen: Nicht zu dick die Farbe aufzutragen oder wie man Farbübergänge gestaltet“, erzählte Jana-Marie.

Nicht nur gemalt wurde gemeinsam, sondern auch gekocht und zu Mittag gegessen. Der Speisezettel ganz klassisch bei Jugendlichen: Nudeln!

Freihändige Vorarbeit

Während beim ersten Durchgang im Sommer Annett Koczak die Umrisse der Sportler – alle Sportarten, die der SV Eintracht Gommern anbietet –mit einem Polylux an die Wand geworfen und vorgezeichnet hatte, machte Yves Paradis dieses Mal alles freihändig.

Mit Kreide malte er vor, die Jugendlichen erweckten Radlerin, Läufer oder Kanut zum Leben. Und einen Hockeyspieler. Letzteren vor allem als Hommage an Yves Paradis Heimatland Kanada, wo Eishockey eine große Tradition hat.

Fetziger Schriftzug

Zum Abschluss wurden die Wandgestaltungen aus dem Sommer und den Herbstferien mit einem fetzigen Schriftzug – „Eintracht Gommern“ – miteinander verbunden.

Beide Graffiti-Aktionen an der Wand der Eintracht-Sporthalle waren eine Reaktion auf illegale Sprühereien gewesen. Inzwischen ist das Sportforum nachts abgeschlossen, um Vandalismus besser vorzubeugen.