Tucheim l „Während andere Leute am Wochenende noch schlafen, beobachten wir die Natur“, sagt Antje Wöhling bei der Präsentation in Tucheim. Auf der großen Leinwand springen ein junger Fuchs und ein Dachs quietschvergnügt auf der Wiese herum und necken sich gegenseitig. Man sieht den Tieren an, dass sie sich unbeobachtet fühlen. Antje Wöhling: „Allerdings sollte es sich der Fuchs gut überlegen, ob er sich mit einem 40 Kilo schweren Dachs anlegen will.“ Bei den beiden Exemplaren aus dem Film ist alles gut gegangen. Manchmal kommt es auch vor, dass ein Fuchs beim Dachs als Untermieter wohnt.

„Faszinierende Bilder“, meint Silvia Müller aus Genthin, die sich mit Ilka und Günther Himmler einen Tisch teilt. Sie findet es interessant, dass „ein Dorf wie Tucheim eine solche Veranstaltung bieten kann, die sie aus ihrer Stadt nicht kennt: „Ich bin zum zweiten Mal hier, der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt.“ In der Gaststätte „Zum Fiener“ ließ es sich das Trio am Sonnabend zur Mittagszeit mit einem anständigen Wildgericht gut gehen.

Zu den Gästen gehörte auch Richard Friedrich von der Jägerschaft Genthin. Er sagte: „Respekt, die Veranstaltung hat sich etabliert. Wir sehen eine sehr ansprechende Trophäensammlung. Zudem bietet der Raum den Platz für gute Gespräche.“

Bilder

An zwei Tagen zeigten die Wöhlings insgesamt rund 400 Besuchern sechs Filme aus der Natur in Mitteldeutschland, unter anderem von der Rotwild-Brunft. Auch Dam- und Schwarzwild bewegen sich nichts ahnend zwischen Bäumen und Wiesen.

Um das zu sehen, war Peter Gruschwitz mit seiner Familie 280 Kilometer von daheim bis Tucheim unterwegs. Gruschwitz wohnt in der vorpommerschen Kleinstadt Eggesin. Die Wöhlings kennt er seit zwölf Jahren. „Als Fahrer hat er uns in seiner Heimat die besten Hochsitze zum Filmen gezeigt“, erzählt Thomas Wöhling.

280 Kilometer lange Anfahrt aus Eggesin

Gruschwitz lobt die Atmosphäre in der Tucheimer Gaststätte: „Die Menschen sind ganz still, sie schauen auf die Leinwand und Lauschen den dazugehörigen Texten von Antje.“ Und: „Wir haben sehr gut gegessen und wundervolle Bilder gesehen.“

Manche Filmchen sind auch direkt in Tucheim entstanden. Zum Beispiel vom Storchenpaar, das in der ersten Jahreshälfte seine Jungen großzieht. Allerdings hat es nur ein Jungtier bis zum ersten Ausflug geschafft. Unterbrochen von dem einen oder anderen Gespräch schaut auch Genthins Bürgermeister Thomas Barz auf die beeindruckenden Bilder auf der großen Leinwand: „Ich bin jetzt zum neunten Mal hier. Es sind faszinierende Filme von Tieren aus unserer direkten Umgebung, die die meisten Menschen original nie zu Gesicht bekommen.“ Das gilt auch für eine große Rotte Wildschweine, die an einem Sonntagmorgen im April am Waldesrand ein tierisches Frühstück zelebriert. „Die Frischlinge sind schon etwas älter und erfreuen sich bester Gesundheit“, erklärt Antje Wöhling.

Mit ihrem Mann ist sie seit 20 Jahren in unseren Wäldern unterwegs – immer mit einer Videokamera, niemals mit einem Gewehr: „Das ist unsere Art der Entspannung vom Berufsalltag.“ Bis zwei Tage vor der Präsentation hat sie die Filme geschnitten und die einzelnen Sequenzen mit ihren Kommentaren besprochen.

Spannend für Zuschauer sind viele Tierpräparationen, von Eichhörnchen über Wolf bis hin zum stattlichen Hirsch: „Man erlebt hier einige sehr interessante und lehrreiche Stunden“, sagte Renate Zander aus Parchen, die mit ihrer Freundin Annemarie Schmotz nach Tucheim in die Fiener-Gaststätte gekommen war.