Breitbandausbau

Großer Fortschritt im Breitbandausbau bis 2026 im Jerichower Land

Schnelleres Internet rückt im Jerichower Land wieder ein Stück näher, denn die zweite Breitband-Ausbaustufe steht in den Startlöchern. Damit soll der steigenden Bedarf im ländlichen Raum gedeckt werden.

Von Nicole Grandt
Der Landkreis will des Ausbau eines gigabitfähigen Glasfasernetzes im Jerichower Land vorantreiben.
Der Landkreis will des Ausbau eines gigabitfähigen Glasfasernetzes im Jerichower Land vorantreiben. Symbolfoto: dpa

Burg - In den vergangenen Monaten, in denen Homeschooling oder Homeoffice allgegenwärtige Themen waren, wurde deutlich: Schnelleres Internet ist nötig. Die Kreisverwaltung übernimmt für die zweite Ausbaustufe die Verantwortung und bietet den Gemeinden für den Bau eines flächendeckenden Glasfasernetzes eine Fortführung der Kooperation aus 2017 an. Insgesamt werden vom Bund rund zwölf Milliarden Euro für die Förderung von Glasfaseranbindungen zur Verfügung gestellt. Wie viel davon dem Jerichower Land zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht bekannt, Landrat Steffen Burchhardt (SPD) geht von einem zweistelligen Millionenbetrag aus. „Es geht nicht darum, dass der Breitbandausbau in einem Landkreis mehr kostet als in einem anderen, entscheidend ist das Ziel, nämlich flächendeckendes Glasfasernetz“, erklärt der Landrat. Er geht davon aus, dass das Erreichen dieses Ziels letztendlich teurer sein wird als die zwölf Milliarden Euro. „Das ist der Umfang für die nächste Förderperiode.“

Große Verbesserung üfr viele Menschen

Nach dieser zweiten Ausbaustufe soll den Bewohnern des Jerichower Landes eine Zielbandbreite von einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. „Mit der ersten Stufe haben wir die Internet-Versorgung für viele Menschen im Jerichower Land schon deutlich verbessert. Es gab ja durchaus Personen, denen gar kein schnelles Internet zur Verfügung stand, die konnten sich nur über Satellit versorgen und hatten damit vielleicht ein oder zwei Mbit/s zur Verfügung. Für diese Personen ist die Versorgung mit 30 oder 50 Mbit/s nach der ersten Ausbaustufe schon eine riesige Verbesserung, und viele Menschen kommen damit im Alltag auch gut zurecht“, berichtet der Landrat.

Zweite Ausbaustufe startet 2023

Anträge für die zweite Ausbaustufe können Kommunen ab 2023 stellen. „Es ist mir bewusst, dass manche Leute jetzt vielleicht fragen werden, warum denn erst 2023 und nicht schon jetzt?“ Die Antwort darauf steht in der Förderrichtlinie. Derzeit können nur Anträge für Gebiete gestellt werden, die noch nicht über Anbindungen von mehr als 100 Mbit/s verfügen. Dies ist aber in vielen Gebieten des Jerichower Landes bereits der Fall, somit wären diese von der Förderung ausgeschlossen. „Wenn wir jetzt starten würden, könnten wir im Endeffekt vielleicht ein halbes Jahr früher losgehen, hätten aber dann wieder einige Gebiete, die nicht ausgebaut werden dürfen, die eben jetzt schon die 100 Mbit/s erreichen.“ Das hätte Folgen. „Damit würden wir im Landkreis nur wieder einen Flickenteppich mit unterschiedlichen Verfügbarkeiten erstellen, könnten den Ausbau wie geplant nicht erreichen und müssten in den folgenden Jahren wieder ein neues Programm erstellen. Und das steht in keinem Verhältnis dazu, dass wir vielleicht etwas früher mit der nächsten Ausbaustufe beginnen könnten“, erläutert Burchhardt. Die Förderrichtlinie soll aber überarbeitet werden. Dann soll die Aufgreifschwelle von 100 Mbit/s entfallen und dem flächendeckenden Breitbandausbau im Jerichower Land stände nichts mehr im Weg.

AusErfahrungen der ersten Stufe lernen

Dieser soll bis 2026 erfolgen, allerdings kann es laut dem Landrat durchaus sein, dass sich daran noch etwas ändert. „Schon in der ersten Stufe haben wir die Erfahrung gemacht, dass es zu Verzögerungen kommen kann, weil beispielsweise Tiefbaufirmen nicht zur Verfügung standen oder Material knapp war, weil unser Landkreis nicht der einzige ist, der den Glasfaserausbau vorantreibt.“ Der Landrat geht aber davon aus, dass bis 2026 ein großer Fortschritt in der zweiten Ausbaustufe erzielt wurde.