Besondere Schau

Großer Umzug mit Schartauer Landtechnik zum Dorfjubiläum

Seit Langem vorbereitet und vielfach gelobt – die verspätete 1076-Jahr-Feier von Schartau. Wie die Akteure das Schartauer Recht, die Landwirtschaft und Geselligkeit miteinander vereinen.

Von Mario Kraus 14.05.2022, 22:48
Alte Technik die begeistert und zeigt, mit welchen Modellen vor Jahrzehnten in der Landwirtschaft gearbeitet wurde.
Alte Technik die begeistert und zeigt, mit welchen Modellen vor Jahrzehnten in der Landwirtschaft gearbeitet wurde. Foto: Mario Kraus

Schartau - Die älteste Burger Ortschaft hat am Wochenende gezeigt, was ein Dorf mit Traditionen zu bieten hat. Dazu gehört das Schartauer Recht, das schon internationale Größen nach Burg geholt hat, ebenso dazu, wie Landwirtschaft und ein reges Vereinsleben. „Wir feiern im Rahmen unserer Möglichkeiten“, hatte Ortsbürgermeister Hans-Horst Borg zur Eröffnung am Freitagabend in der St. Sebastian-Kirche fast schon bescheiden betont. Am Sonntag konnten die Initiatoren, allen voran der Heimatverein, Ortschaftsrat und viele emsigen Helfer, mehr Lorbeeren als erwartet für eine durchweg gelungene 1076-Jahr-Feier einheimsen. Auch deshalb, weil am Sonnabendnachmittag viele Besucher aus der Umgebung das ideale Wetter für einen Ausflug in die Elbgemeinde genutzt hatten. Wie Inge und Fritz Schubert aus Burg. Das Paar hatte sich nach dem Mittag auf die Räder geschwungen, um in Schartau nach der Pandemie „ein wenig Abwechslung zu erleben“ und nebenbei die Landtechnik mit mehr als 20 Fahrzeugen auch von Vereinen und Interessengruppen benachbarter Dörfer zu bestaunen. Beide waren wie viele andere Besucher begeistert, mit wieviel Liebe die alten Traktoren - ob Deutz, Famulus, Lanz Bulldog oder Fortschritt - aufgearbeitet und teilweise hochglanzpoliert präsentiert wurden. „Bei der nächsten Gelegenheit nehmen wir noch die Enkel mit, die werden sich garantiert freuen“, sagte Fritz Schubert.

Die Möglichkeit wird sich sicher beim kommenden großen Dorffest in Reesen bieten, kündigte Ortschef Otto Voigt (SPD) an. Auch er zählte mit Familie zu den Gästen des Schartauer Jubiläums und zollte den fleißigen Machern seinen Respekt. „So ein Fest auf die Beine zu stellen, ist immer eine Kraftanstrengung. Hier in der Dorfmitte herrscht eine gemütliche Atmosphäre, das kommt an.“ Und in der Tat: Bei Musik von den Hohenwarther Weinbergmusikanten, Kaffee und Kuchen sowie Spielen für die jüngsten Gäste kamen alle Generationen auf ihre Kosten. Dies sei nur möglich, „weil viele Vereine an einem Strang ziehen und Einwohner sich für ihren Ort engagieren“, sagte der Landtagsabgeordnete und Stadtratsvorsitzende Markus Kurze (CDU), der mit Landrat Steffen Burchhardt (SPD), weiteren Ortsbürgermeistern und Ehrengästen den Umzug in einem geschmückten Wagen anführte.

Der Ort mit seiner langen Geschichte verfügt nun auch über eine Fahne und Wappen, die Freitag übergeben und vorgestellt wurde. Schartau verfügt aus der Historie heraus über das Symbol „Flammendes Herz mit Pflug“. Dieses Symbol resultiert aus dem Siegel des Ortes und wurde in den zurückliegenden Jahren auch als Wappen betrachtet. Mit Hilfe eines Heraldik-Experten konnte ein Wappen entwickelt werden, das das Schartauer Recht einbindet. Die Farbe Blau weist dabei auf die Elbe hin, das Grün ist Ausdruck für die fruchtbaren Elbwiesen sowie Äcker und die Waage „Justizia“ steht nun bildlich für das weithin bedeutende Schartauer Recht. Im Rahmen einer Umfrage hätten sich zahlreiche Einwohner vor der Fertigung mit diesem Vorschlag identifiziert, sagte Hans-Horst Borg. „Jetzt können wir stolz darauf sein.“