Burg/Genthin l Braucht das Jerichower Land ein Kreismuseum, wenn ja, wo soll es beheimatet sein und was soll es bieten? Diese und viele weitere Fragen sind in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gestellt worden. Fest steht: Das Haus in der Genthiner Mützelstraße ist stark sanierungsbedürftig und die Dauerausstellung erfreut sich nicht gerade großen Zuspruchs, vielmehr sind die Besucherzahlen rückläufig.

Der Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung sieht nun vor, dass die Konzeption zur mobilen Museumsarbeit bestehend aus Schulpädagogik und Wandersonderausstellungen zunächst Priorität hat.

Neues Profil

Darüber hinaus soll die Dauerausstellung erhalten und modernisiert werden. Dabei soll das Profil inhaltlich stärker auf den gesamten Landkreis ausgerichtet werden.

Zweite Fachkraft

Die Kreisverwaltung wird damit beauftragt, eine zweite Fachkraft für Museumspädagogik einzustellen, um die Wirkung des Museums nachhaltig zu stärken. Museumsleiterin Antonia Beran soll also Unterstützung bekommen. Vorausgesetzt ist allerdings, dass mindestens 50 Prozent der Kosten für das Museum durch Fördermittel gedeckt sind.

Mobile Angebote für Schulen

Ziel soll es laut Kreisverwaltung sein, ein Angebot zu unterbreiten, das von allen Schulen im Kreisgebiet angenommen wird. Es sollen Unterrichtseinheiten in Abstimmung mit dem Lehrpersonal zugeschnitten auf die jeweiligen Lehrpläne konzipiert werden. Mit dem Museumsmobil kann das Kreismuseum mit ausgewählten Exponaten in die Schulen kommen und einen multimedialen Unterricht zum Anfassen bieten. Für die Schulen sei das eine erhebliche Verringerung des Aufwandes. Auf Dauer komme somit jeder Schüler im Landkreis mehrfach mit dem Kreismuseum in Kontakt und soll neugierig auf die Dauerausstellung und die Geschichte des Landkreises gemacht werden.

Mehr Wanderausstellungen

Da die Sonderausstellungen gut besucht sind, sollen sie ausgebaut und auf regionale Themen maßgeschneidert auch vor Ort in den Gemeinden als Wanderausstellung einem breiteren Publikum angeboten werden.

Vier Standortvarianten

Das Museumsgebäude erfüllt nicht mehr die sicherheitsrechtlichen Vorgaben. Daher sind bereits Einschränkungen in der Nutzung veranlasst worden. Zudem seien auch die Anforderungen an eine moderne Museumsarbeit gewachsen.

Mit dem Beschluss soll die Verwaltung zudem beauftragt werden, bis Mitte 2020 auf Basis einer Studie eine Konkretisierung der Vorzugsvarianten zur Entscheidung vorzulegen. Vier Möglichkeiten stehen zur Auswahl: Sanierung des Bestandsgebäudes, Integration in das Kreishaus Genthin, Neubau eines Kreismuseums oder die Integration der Dauerausstellung in das Kloster Jerichow.

Genthiner Forderungen

Am Mittwoch wurde im Genthiner Stadtrat eine Resolution verabschiedet. „Wir fordern für alle Genthiner und unsere geschichtlich interessierten Gäste, das Kreis- museum in Genthin zu erhalten und die würdige Weiterführung des Kreismuseums Jerichower Land in Genthin“, heißt es darin. Empfänger der fraktionsübergreifenden Stellungnahme sind Landrat Steffen Burchhardt (SPD), der Beigeordnete Thomas Barz (CDU) sowie die Fraktions- und Ausschussvorsitzenden des Kreistages. Vom Kreis erhofft man sich in der Stadt, die seit 90 Jahren Heimat des Kreismuseums ist, ein klares Bekenntnis zur Einrichtung und zum Standort.