Burg l Die Einladungskarten waren schon verschickt. Am 30. Oktober sollte die Evangelische Grundschule feierlich eingeweiht werden. Drei Wochen zuvor waren Lehrer und Schüler quer durch die Stadt vom alten Standort in die Innenstadt zur Schartauer Straße und in die vorgezogenen Herbstferien gezogen. Doch dann entschied sich die Johannes-Schulstiftung als Träger, die Feier kurzfristig abzusagen. Zwar waren zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen vorbereitet worden, angesichts steigender Corona-Zahlen erschienen die aber nicht mehr ausreichend. So bekamen die Burger keine Möglichkeit, sich einmal in der neuen Schule umzusehen. Dabei war dies ein Hauptanliegen mit dem Umzug in die Stadtmitte gewesen, mitten in Burg und damit auch im Mittelpunkt des Interesses statt nur am Stadtrand in der Waldstraße zu sein.

Das neue Schulgebäude ist nun Hauptdarsteller eines Films, den die Schulstiftung von der Firma „Dok2media“ hat produzieren lassen. Auch in dem Werk der Filmemacher, die in Berlin und Halle zu Hause sind, lässt sich die besondere Situation ablesen.

Stimmen aus dem Hintergrund

Coronabedingt verzichtet der Film nämlich auf Aufnahmen aus dem aktuellen Schulleben. Wirken sollen vor allem die Räume und neuen Vorzüge der Schule, die aber „aus dem Off“, also aus dem Hintergrund, von Kindern und Kollegium kommentiert werden. Doch es werden auch Gesichter gezeigt. So blickt Michael Kiderlen vom Schulleitungsteam auf die Historie der Schule, die nach neun Jahren nun einen neuen Standort gefunden hat. Und dort, so versichert es der Vorsitzende der Johannes-Schulstiftung Michael Bartsch, können sich „Eltern und Kinder sicher sein, dass eine solide Ausbildung vermittelt wird“.

Bilder

Heike Engelke, die ebenfalls im Schulleitungsteam sitzt, erklärt das Besondere am Evangelischen der Schule: „Erst wirkt es wie ein Geschenk, aber wenn man es erklärt, lernt man, dass es auch Kraft und Stärke im täglichen Leben gibt“. Zunächst sei immer von einem Tempel der Bildung die Rede gewesen, erinnert sich Kiderlen in einer anderen Szene, mittlerweile werde der Schulkomplex eher mit einer Burg verglichen, nicht nur weil das auch der Name der Stadt ist. Aber: „Die Zugbrücken sind immer heruntergelassen.“ Das Schulleitungstrio wird komplettiert durch Simone Graßmann, die verrät, welcher ihr liebster Raum ist: „Der Musikraum im ältesten Teil des Komplexes mit dem alten Gebälk, das noch zu erkennen ist.“

„Die große Motivation für den Film war natürlich, die ausgefallene Schuleinweihungsfeier im Oktober wenigstens ein wenig zu kompensieren“, erläutert Stiftungssprecherin Insea Kiderlen in einer Pressemitteilung. Darin erklärt der Vorstandvorsitzende: „Ich freue mich, den Burgern das Schulgebäude zunächst auf diese Weise vorstellen zu können und hoffe, bald zu einem Tag der offenen Tür persönlich begrüßen zu können. Wir freuen uns über ein überaus gelungenes Projekt und wünschen der Schule, dass sie im Zentrum der Stadt tiefe Wurzeln schlagen kann.“ Die Stiftung hofft, mit dem Film möglich viele Zuschauer zu finden und so die Schule im Bewusstsein der Burger noch mehr ankommen zu lassen.

Einblick auch für Ehemalige

Vor allem sollten auch ehemalige Schüler die Möglichkeit erhalten, zu erleben, was aus ihrem ehemaligen Gebäude geworden ist. Doch aus Sicht der Schulstiftung wird noch einige Zeit verstreichen, bis ein Tag der offenen Tür für alle möglich sein wird. Die digitalen Türen sind aber jetzt schon jetzt unter www.evangelische-schule-burg.de geöffnet.