Niegripp l Es geht wieder los, nur eben anders: Abstand halten, Händewaschen vor der Stunde, Unterricht nur in halber Klassenstärke – auch für die Viertklässler in Niegripp ist vieles nicht mehr so wie vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Die quirligen Jungen und Mädchen lernen recht schnell, mit der neuen Situation umzugehen. Wenn sie morgens gebracht werden, müssen sich die Eltern an der Eingangstür vom Nachwuchs verabschieden. Ein großer Strich in der Mitte des Foyers zeigt schon, dass die Fläche geteilt wird: Die eine Gruppe geht nach links, die andere nach rechts. Das nächste Ziel ist das Waschbecken, ehe endlich die Schulbank erreicht wird. Das spielt sich ein.

Für die 15 Niegripper Schüler ist der Unterrichtsauftakt am Montagmorgen schon etwas Besonderes: Jeder hat eine Bank für sich mit ausreichend Platz zum Nachbarn. Und weil nur ein Teil der Schüler den Raum ausfüllt, „kommt auch jeder ganz oft dran“, schmunzelt Lehrerin Anke Köppe. Aber die Freude, dass die Kleinen wieder unter sich sind, überwiegt, „und alle sind bei der Sache. Jetzt geht es erst einmal darum, den Stoff zu wiederholen und aufzufrischen“, sagt Köppe, die mit ihren Schützlingen ganz ruhig einige Matheaufgaben löst.

Intensiver Kontakt zu Eltern lohnt sich

„Die finden schnell wieder Anschluss“, versichert Schulleiterin Ricarda Karstädt, die mit dem städtischen Fachbereichsleiter Ringo Schieck einige Minuten verfolgt. Schließlich seien die vergangenen Wochen nicht nutzlos verstrichen, sondern Schritt für Schritt genutzt worden, um im Lehrplan weiterzukommen. Der intensive Kontakt zu den Eltern per Mail beziehungsweise Internet habe sich ausgezahlt. Die meisten Familien hätten Zeit für den Schulstoff investiert. Die Aufgaben seien für zwei Stunden pro Tag konzipiert worden. „Das war zu schaffen, und für Rückfragen waren wir Lehrer natürlich auch erreichbar“, sagt die Schulleiterin. Sie ist derweil zufrieden, dass der erste Unterrichtstag reibungslos über die Bühne geht, denn neben den Viertklässern stehen auch noch zwei Räume für acht Kinder in der Notbetreuung bereit. Und dabei müsse immer darauf geachtet werden, dass die Jungen und Mädchen nicht zu dicht aufeinander rücken, was bei Kindern schon mal schnell passieren kann, und ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Für die kommenden Tage verfügt die Schule noch über genügend Flaschen. „Neubeschaffungen sind jedoch nicht einfach, nicht jedes Mittel ist beispielsweise für Kinder geeignet“, sagt Ulf Petermann, Sachgebietsleiter Liegenschaften/Gebäudemanagement der Stadtverwaltung. „Wir ordern auf mehreren Kanälen, teilweise auch mit dem Landkreis zusammen, um unseren Bedarf für alle vier städtischen Grundschulen decken zu können.“ Und weil Hygiene das A und O sei, würden in allen Schulen täglich so genannte Wisch-Desinfektionen durchgeführt. So werden Türklinken, Oberflächen oder Böden mit besonderen Mitteln spezialgereinigt, erläutert Petermann. Mit dem Ziel, dass in absehbarer Zeit auch in den Schulen noch mehr Normalität eintreten kann. Darauf hofft auch Ricarda Karstädt mit ihren vier Kollegen und einer pädagogischen Mitarbeiterin. Wann alle 69 Schüler wieder zusammenkommen werden, ist aber derzeit noch unklar. „Vielleicht nach den Pfingstferien“, hofft sie.

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