Gommern l Optimale Lernbedingungen für rund 500 Schüler – dafür wurde am 20. März 2018 an der Europaschule Gymnasium Gommern (EGG) der erste Spatenstich vollzogen. Es entsteht im 1. Bauabschnitt bis Sommer 2019 ein zweigeschossiges, barrierefrei zugängliches Schulgebäude mit Klassenräumen und einer kleinen Aula. Für den Neubau war kurz vor Weihnachten das bisherige Haus II abgerissen worden. Außerdem ist die Gestaltung des Pausenhofes vorgesehen.

Im 2. Bauabschnitt 2020 erhält Haus I einen Aufzug und im Keller einen Lichthof, um dort die Räumlichkeiten besser nutzen zu können.

2020 folgt der zweite Bauabschnitt

Mit Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro wird allein für den 1. Bauabschnitt gerechnet. „Eine halbe Million Euro stellt der Landkreis zur Verfügung“, sagte Landrat Steffen Burchhardt (SPD). Die restlichen drei Millionen Euro sind Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt.

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Den 2. Bauabschnitt mit rund 1,6 Millionen Euro zahlt der Kreis aus eigener Tasche. „Die Schule ist etwas besonderes“, stimmte Steffen Burchhardt dem stellvertretenden Schulleiter Thomas Dreher zu, der in seiner Einleitung auf die jahrelange Diskrepanz zwischen der räumlichen Situation der Schule (unter anderem in „Baracke“ und ehemaligen Bürogebäuden) und dem, was sie inhaltlich auf die Beine gestellt habe, verwiesen hatte.

Dazu gehören unter anderem der Status als Europaschule mit Schüleraustausch und bilingualem Unterricht, die Auszeichnung als Schule mit Courage, die Arbeit mit Jahrgangsteams und inzwischen auch Ganztagsangebote.

Weltoffene Europaschule

„Schüler und Eltern haben verdient, was da kommt“, sagte Thomas Dreher. Er zitierte die erkrankte Schulleiterin Dagmar Riwaldt: Die EGG sei einzigartig, weil sie familiär und weltoffen sei. „Und bald hat sie auch Gebäude, in dem sich die Schüler wohlfühlen können.“

Für Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein war es ein ganz besonderer Tag. „Mit der heutigen Investition ist der Gymnasialstandort Gommern langfristig gesichert.“ Für das im Jerichower Land einzigartige Schulzentrum Gommern sind Neubau und Sanierung des Gymnasiums das letzte Puzzleteil. Die Sekundarschule wurde vom Landkreis bereits saniert. Die Grundschule „Am Weinberg“ erhält gerade durch die Stadt einen Erweiterungsbau. „Dieser Standortvorteil hat eine erhebliche Bedeutung für Gommern.“ Der Bürgermeister sagte aber auch zwei harte Jahre für Schüler und Lehrer während der Bauarbeiten voraus.

Zehntklässler füllen Zeitkapsel

Zugleich hilft die Stadt, soweit es ihr möglich ist, Ausweichräumlichkeiten für das Gymnasium zur Verfügung zu stellen. Und nutze die Situation nicht aus, um damit Geld zu verdienen, wie Steffen Burchhardt das gute Miteinander von Landkreis und Einheitsgemeinde betonte.

Zehntklässlerin Bernada Scharf überreichte an Steffen Burchhardt die Zeitkapsel, die sie gemeinsam mit ihren Mitschülern zusammengestellt hat. In 100 oder 200 Jahren sollen Zeitungsartikel über die Europaschule Gymnasium Gommern Auskunft geben, eine Liste über in 2018 aktuelle gesellschaftliche Probleme informieren und Fotos zeigen, wie Autos und Handys aussehen. Weil der Stolz auf die bei Jugend trainiert für Olympia erfolgreichen Tischtennis-Mädchen so groß ist, wanderte auch ein beschrifteter Tischtennisball in die Zeitkapsel. „Und ein USB-Stick in der Hoffnung, dass man den dann noch lesen kann“, sagte Bernada Scharf. Ihre Klasse gab mit einem Lied zum Auftakt und Abschluss dem ersten Spatenstich seinen feierlichen Rahmen.