Burg l Nach den Weihnachtsfeiertagen haben sich nur wenige Burger auf den Weg gemacht, um Geldgeschenke und Gutscheine umzusetzen oder gar vom Weihnachtsmann erhaltene Geschenke umzutauschen.

„Der Geschenk-Umtausch hält sich in Grenzen“, sagt die Inhaberin des „Mode Express“, Elvira Niemann. „Wir stellen meist Geschenkgutscheine aus, dann können die Kunden in Ruhe aussuchen, was ihnen gefällt.“

Uhrmachermeister Thomas Plettau bestätigt die Einschätzung von Elvira Niemann. Er geht davon aus, dass das geringe Umtauschgeschäft auch mit intensiver Beratung vor dem Kauf zusammenhängt: „Wenn ich vor dem Kauf ordentlich aufkläre, sind die Kunden meist auch zufrieden.“

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„Handys und Tablets sind der Klassiker zu Weihnachten“, erklärt Mike Nußbaum. Der Elektronik-Händler betreibt Filialen in Genthin und Burg. Fernseher gehören nach seinen Beobachtungen nicht zu den bevorzugten Weihnachtsgeschenken. Aber: „Traditionell werden TV-Geräte in der dunklen Jahreszeit sehr viel häufiger gekauft als im Sommer.“ Logisch, da sitzen die Menschen eher im Garten als vor der Flimmerkiste. In Nußbaums Elektronik-Partner-Fachgeschäfte kamen nach Weihnachten kaum Leute, die umtauschen wollten: „Heutzutage ist Omas Handygeschenk keine Überraschung mehr. Stattdessen entscheidet der Enkel vor Weihnachten beim Einkauf mit, dass auch wirklich das richtige Exemplar unterm Weihnachtsbaum liegt.“

Statt Geschenke umzutauschen, nutzten Kunden die Zeit zwischen den Jahren, um nach reduzierten Waren wie Mode und Textilien Ausschau zu halten, so der Eindruck der Einzelhändller. „Hier rechnen wir mit einer umsatzstarken Woche“, so Christina Opitz vom Kaufhaus „Boulevard“.

Online-Handel

Service, Beratung, Regionalität sind das eine. „Bei mir spielt der Online-Handel eine wichtige Rolle“, meint Jörg Hackenjos. Mit seinem Modelleisenbahnladen besetzt er einen Nischenbereich. Da komme es so gut wie nie zu Umtauschgeschäften, sagt der Modellbahnspezialist: „Was der Kunde kauft, will er auch haben.“

Konkrete Zahlen über das Weihnachtsgeschäft liegen bislang noch nicht vor. Der Geschäftsführer des Handelsverbands Sachsen-Anhalts, Knut Bernsen, geht davon aus, dass erst Ende Januar mehr über die Kauffreude der Menschen im Jerichower Land gesagt werden kann.

Nur eine allgemeine Tendenz steht schon jetzt fest: Nach wie vor steige der Anteil des Online-Handels, registriert Handelsverbands-Chef Bernsen. Vor allem im Bereich der Bekleidungsindustrie gehen die Umsatzzahlen nach oben.

Im Buchhandel hat sich indes der Wind gedreht: Laut Bernsen stagniert dort der Anteil des Online-Handels. „Die Leute scheinen wieder mehr in Buchhandlungen zu gehen“, so Bernsen.

Im Lebensmittelsektor sind die Online-Umsätze nach wie vor gering, aber es wird vermehrt nach Besonderheiten beziehungsweise Delikatessen gesucht. Spielwaren sind in der Vorweihnachtszeit immer ein Thema. „Bei den Geschenken für Jungen waren Siku-Autos und bei Mädchen Schleich-Tierfiguren besonders beliebt“, sagt Bernhard Roßmann vom Genthiner Fachgeschäft „Ideen von A-Z“. Bei Kindern sind auch Bausätze zu Stadtleben und Urlaub sehr beliebt. Kompliziertere Modelle, wie der legendäre Porsche 911, der VW-Bulli oder Ferrari F 40 aus der „Lego-Creator“-Serie, laufen als Geschenk für erwachsene Männer. Die Verbraucher wissen, was ihren Lieben gefällt: „Umtauscharien haben wir nicht“, sagt Roßmann.