Burg l Es ist sehr leer an den Marktständen auf dem Rolandplatz in Burg, hier wird kein Obst gekauft oder der neueste Stadtklatsch ausgetauscht. Der Grund dafür ist: Die Händler des Wochenmarktes wurden wegen der Laga und damit verbundener Sicherheitsbedenken aus der Schartauer Straße zunächst auf den Gummersbacher Platz vertrieben. Seit Dienstag haben sie nun ihr Quartier auf dem Rolandplatz bezogen. Doch wie finden die Händler und die Kunden diesen Umzug? Verkaufen sich Brötchen, Wurst und Eier auf dem Rolandplatz besser? Die Volksstimme hat am ersten Tag am neuen Standort bei Händlern und Besuchern nachgefragt.

Stimmung gedrückt

Karin Klopsch, Verkäuferin an einem Fleischereistand, erzählt: „In der Innenstadt – da ist unser Platz, da gehören wir hin. Auf dem Gummersbacher Platz war es eine Katastrophe.“ Der Umzug spreche sich aber langsam rum, die Stammkunden wüssten wieder, wo sie hin müssen, so Klopsch.

Franziska Nielebock verkauft Produkte aus ihrem eignen Garten. Zum neuen Standort sagt sie: „Die Kunden begrüßen, dass wir hier sind, denn für die älteren Burger war der Gummersbacher Platz zu weit weg.“

Kathi Baumgarten betreibt einen Stand mit Gardinen. Sie erinnert sich noch an die Bemühungen vor fünf Jahren: 2013 hätten die Markthändler darum gekämpft, vom Rolandplatz in die Schartauer zu ziehen, nun seien sie zurück am alten Platz. „Solange die Laga ist, führt kein Weg dahin, dass wir zurückziehen – dabei hätten wir dort niemanden gestört“, sagt Baumgarten empört.

Ruud Eisenga, Käsehändler aus Glindenberg, geht noch einen Schritt weiter und verkündet: „Ich bin ein Kämpfer für den Platz in der Einkaufsstraße! Aber alles ist besser als auf dem Gummersbacher Platz zu stehen.“

Einbußen

Hans Vallendar von der Deutschen Marktgilde erklärt die Problematik des Standortes Gummersbacher Platz folgendermaßen: „Es wurde höchste Zeit mit dem Umzug, das war eine Katastrophe – die Händler haben zum Teil 50 Prozent weniger Umsatz gemacht, solange sie auf dem Gummersbacher Platz waren!“ Auch die Händler untereinander seien unzufrieden gewesen, so Vallendar – denn die Stände standen zu eng beieinander und keiner konnte seine Waren richtig zeigen.

Auf die Dramatik der Umsatzentwicklung hatte die Deutsche Marktgilde, die den Burger Wochenmarkt ausrichtet, in einem Brief an die Stadtverwaltung hingewiesen. Darüber hatte der stellvertretende Bürgermeister Jens Vogler (CDU) am Donnerstagabend den Stadtrat informiert (Volksstimme berichtete).

„Ich konnte mich dem nicht verschließen“, erläuterte Vogler, der Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) in dessen Urlaub vertrat. In einer Eilentscheidung legte er fest, dass der Wochenmarkt seit gestern auf dem Rolandplatz stattfindet.

Der Wochenmarkt musste wegen der Landesgartenschau von seinem angestammten Platz am Magdalenenplatz weichen. Als Grund waren damals das Sicherheits- und das Brandschutzkonzept genannt worden. Auch die Laga-Bahn benötigt Platz auf ihrer Fahrt.

Vom zwischenzeitlichen Standort am Gummersbacher Platz hatte man sich mehr versprochen. Kundenströme sollte auch der nahe Skyliner, ein 80 Meter hoher mobiler Aussichtsturm als Laga-Besucherattraktion, zum neuen Standort lenken. Dem scheint nicht so zu sein.

Meinungen

Die Burger selbst sehen ihren Markt gerne wieder auf dem Rolandplatz. Sabine Baer etwa verbinde ihre Arztbesuche immer mit einem Besuch auf dem Markt. Heidemarie Schalla meint, wer auf den Markt wolle, könne auch zwei Meter weiter laufen als bisher. Doreen Ferchland hält den Rolandplatz mit dem Auto für besser erreichbar. Die Verlegung auf den Rolandplatz ist begrenzt bis zum Ende der Landesgartenschau am 7. Oktober.

 

Was sagen die Leser über die Zukunft des Wochenmarktes: Zurück zum Magdalenenplatz oder auf dem Rolandplatz bleiben? Rufen Sie heute von 13 bis 15 Uhr unter Tel. 03921/456431 an oder schreiben Sie an redaktion.burg@volksstimme.de