Dem Gemeinderat Möser wird Zustimmung empfohlen

Hauptausschuss votiert für Kita-Übertragung

Von Thomas Rauwald

Der Haupt- und Finanzausschuss des Möseraner Gemeinderates hat auf seiner Sitzung am Dienstagabend einem Beschlussentwurf zur Übertragung von zwei Kindertagesstätten in eine freie Trägerschaft seine Zustimmung erteilt und ihn zur Beratung und Beschlussfassung in den Gemeinderat verwiesen.

Möser l Im Gegensatz zu den Ortschaftsratssitzungen von Möser, Körbelitz und Schermen, bei denen es vor einigen Tagen um diesen Beschlussentwurf ging, tagte der Ausschuss ohne eine größere Öffentlichkeit. Die Diskussion war knapp, konkret und sachlich. Die Beschlussfassung fiel eindeutig, weil einstimmig aus. Ausschussmitglied Michael Bremer hatte sich wegen seiner Befangenheit - er ist Chef der sachsen-anhaltischen Volkssolidarität, die sich ebenfalls als freier Träger beworben hatte - von Diskussion und Abstimmung fern gehalten. Es ist beabsichtigt, die beiden Kindertagesstätten "MS Piratenclub" in Möser/Schermen und "Regenbogen" in Körbelitz aus der Trägerschaft der Gemeindeverwaltung in eine freie Trägerschaft zu überführen.

Ausschussvorsitzender Bernd Köppen fasste in kurzen Worten den Verlauf des möglichen Übertragungsverfahrens zusammen und konstatierte, dass in den Monaten seit Jahresbeginn eine umfangreiche Arbeit geleistet worden war, die mit der Tätigkeit einer extra gebildeten Arbeitsgruppe im Vorjahr begonnen hatte. Köppen stellte fest, dass die im Frühjahr sehr emotional geführte Diskussion dieses Themas nach der Trägerbörse (Präsentation der potenziellen Interessenten) im Sommer sachlicher und zielorientierter geworden war. Auch ein Runder Tisch hatte seinerzeit die unterschiedlichen Positionen nicht aus dem Weg räumen können.

Nachdem die drei Ortschaftsräte zur Thematik angehört worden sind, so Köppen, verspüre er wieder eine Zunahme der Emotionalität. Argumente, die längst widerlegt und über die Konsens erzielt worden waren, würden erneut ins Feld geführt. Daraus, so der Ausschussvorsitzende, sei die Ablehnung der Übergabe in eine freie Trägerschaft, und zwar an das Nürnberger Kinderzentrum Kunterbunt, zustande gekommen. Köppen appellierte an die Ausschussmitglieder, bei ihrer Entscheidung die Weitsicht und die Interessen der Kinder im Blick zu haben und die Chance zu erkennen, auch über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Ausschussmitglied Hermann Lünsmann unterstützte Köppens Auffassung und stellte "bei allem Respekt vor der Entscheidung der Ortschaftsräte" den Antrag, der Übertragung zuzustimmen.

Claudia Schmidt hätte sich - rückblickend - eine andere Form des Verfahrens gewünscht. Vielleicht wäre es günstiger gewesen, zuerst eine Grundsatzentscheidung über das Ja oder Nein einer freien Trägerschaft zu fällen, um dann im zweiten Schritt den passenden Partner zu suchen. Außerdem sollte nach Abschluss des Verfahrens auch mal gesagt werden, warum die Bewerber aus unserer Region nicht zum Zuge gekommen sind.

Arno Djaschi gab zu, den Nürnberger Interessenten, für den sich die Mehrzahl der Beteiligten ausgesprochen hatte, nicht auf dem Schirm gehabt zu haben. Er verteidigte das geführte Verfahren. "Man wäre zum Schluss auf das gleiche Ergebnis gekommen," so Arno Djaschi.

In den nächsten Tagen werden die Ortschaftsräte von Hohenwarthe, Pietzpuhl und Lostau zum Thema angehört.

Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 16. Oktober statt.