Möckern l Viele Patienten nannten ihn „Doktor“ Rudolph, obwohl Friedmut Rudolph tatsächlich kein „Doktor“ ist. Korrekt ist die Bezeichnung ‚Facharzt für Allgemeinmedizin‘, klärt Friedmut Rudolph auf: „Die Sachen für die Promotion lagen damals alle da, aber es fehlte einfach immer Zeit, sich ein halbes Jahr damit in Ruhe zu auseinanderzusetzen.“

70 Jahre alt

Denn seine ganze Zeit nahm sich der Diplom-Mediziner für seine Patienten. Der vor wenigen Tagen 70 Jahre alt gewordene Friedmut Rudolph hätte schon Jahre früher in den wohlverdienten Ruhestand gehen können, aber „es gab ja keinen, der hier weiter macht.“

Nach 40 Jahren in der Praxis ist jetzt aber endgültig Schluss. Am  28. September übergab der langjährige Hausarzt für Möckern, Friedmut Rudolph, seine Praxis an seinen Nachfolger Dr. Tobias Petz. Patienten und Kommunalpolitiker nutzten den Vormittag, um sich bei Friedmut Rudolph für dessen Dienste zu bedanken.

Berufliche Laufbahn

Seine berufliche Laufbahn hatte Friedmut Rudolph schon bei der Armee eingeschlagen. Nach einem kurzzeitigen Einsatz im Krankenhaus Burg wechselte der in Wörmlitz lebende Mediziner ins Landambulatorium Möckern wo er ab dem 26. Oktober 1978 praktizierte. Nach der Wende folgte 1992 der Umzug in die Praxisräume in der Burger Straße 23 b in Möckern.

Ein Arzt der langen Wege

Friedmut Rudolph kannte nicht nur die großen und kleinen Wehwehchen der Möckeraner, denn sein Einzugsgebiet umfasste auch die umliegenden Orte. Gut 1100 Patienten pro Quartal besuchten zuletzt den „Doktor Rudolph“ – oder er sie. Als Landarzt macht man noch Hausbesuche und kennt die langen Wege zwischen den Dörfern. Auch das war stets ein Grund, einen Nachfolger zu finden.

Petz übernimmt

Seine Praxis übergibt Friedmut Rudolph nun an einen Nachfolger, der schon seit über einem Jahr in der Praxis mitarbeitet und somit das Leben als Landarzt kennt: Der 47-jährige Dr. Tobias Petz wird die Praxis ab dem bevorstehenden Donnerstag weiterführen. Zuvor arbeitete Dr. Petz bei den Pfeifferschen Stiftungen. „Ich freue mich, dass ich mit ihm einen Nachfolger finden konnte und hoffe, dass die Möckeraner davon Gebrauch machen werden“, so Friedmut Rudolph an seinem letzten Arbeitstag.

Neben Patienten, Orts- und Stadtbürgermeister waren auch die Kinder die Möckeraner Kita „Birkenhain“ zum Danksagen in die Praxis gekommen: „Für Familie und Hobbies hast du jetzt endlich Zeit...“ sangen die Kinder vom Kita-Chor.

Deutschland bereisen

Und was macht der Mediziner mit seiner neuen Freizeit? „In die weite Welt zieht es uns nicht, aber sicher werde ich mit meiner Frau Gegenden in Deutschland bereisen, für die wir bisher keine Zeit gefunden haben“, lässt der Mediziner wissen. Und: „Es gibt eine Menge Papiere aufzuarbeiten“, sagt der frischgebackene Ruheständler.

Nanu, er wird doch wohl nicht doch noch seinen Doktortitel machen?