Kein Personal für 2012 / Nutzungsvertrag wird gekündigt

Heimatverein gibt Türme und Weinberg an Stadt zurück

Von Mario Kraus

Trübe Aussichten für 2012 und die Stadt der Türme: Der Burger Heimatverein kündigt den Nutzungsvertrag mit der Stadtverwaltung für den Weinberg, Berliner Torturm, Hexenturm und Kuhturm sowie Torwächterhaus. "Wir können personell nicht anders", begründet Heimatvereinsvorsitzender Lutz Freye.

Burg. Ein Stück Enttäuschung hat sich seit Monaten bei den Mitgliedern des Burger Heimatvereins und dessen Vorstand breit gemacht. Wurden noch vor Jahren bereitwillig Beschäftigte über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Ein-Euro-Jobs zugestanden, bestimmt mittlerweile ein rigider Sparzwang den Alltag. Und der verschärft sich im kommenden Jahr noch.

Acht Ein-Euro-Kräfte geben sich derzeit alle Mühe – als Stadtführer oder bei der Gestaltung des frisch sanierten Hochständerhauses neben der historischen Gerberei. "Ihre Zeit läuft aus", sagt Lutz Freye. Zum 27. Dezember enden die Maßnahmen. Mehr noch: Da sich der Heimatverein keine festangestellten Mitarbeiter mehr leisten könne, werde es auch keine Projekte für Ein-Euro-Jobber geben.

Die Konsequenzen: Der Verein müsse seine Arbeit zurückfahren. Die Nutzungsverträge mit der Stadt für den Weinberg, Berliner Torturm, Hexenturm, Kuhturm und Torwächterhaus werden zum Jahresende gekündigt. "Eine Bewirtschaftung und Sicherungspflicht ist nur mit ehrenamtlichen Mitgliedern ausgeschlossen", begründet Freye. Nur die Gerberei, wo der Verein seinen Sitz hat, wolle der Verein weiter in seine Obhut nehmen. Allerdings auch mit Einschränkungen: Die Geschäftsstelle müsse geschlossen werden. "Mit der Folge, dass wir nicht mehr ständig erreichbar sein werden."

Der Bismarckturm, ihn hat der Verein über Erbbaupacht erhalten, wird von der Arbeitsgruppe weiter betrieben.

Mehr könne allerdings nicht mehr geleistet werden. Und die Folgen dieser Mager-Variante dürften indessen weitreichend sein: Besucher, die beispielsweise die Ausstellungen in der Gerberei oder die Türme besichtigen wollen, stehen vor verschlossenen Türen, Stadtführungen sind nur möglich, wenn es die Freizeit der Vereinsmitglieder, die besonders kundig sind, erlaubt. Vor allem Schulklassen, die bislang aus dem gesamten Landkreis kamen, die Gerberei besuchten und die Stadt erkundeten, könnten künftig tagsüber nicht mehr betreut werden.

Mit einem entsprechenden Schreiben wurden jetzt auch die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates informiert. "Die Stadtverwaltung wurde bereits Anfang des Jahres von der prekären Situation unterrichtet. Reaktionen gab es keine", bedauert Freye.

Nach einem Hinweis von Barbara Scheppe, Chefin der Linksfraktion im Stadtrat, sagte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) auf der jüngsten Stadtratssitzung, dass erst einmal der telefonische Kontakt über die Verwaltung laufen soll.