Gommern l „Ich kann mich einfach nur tausend Mal bedanken“, sagt Julia Schlicht, die Mutter des kleinen Jared, mit tränenunterlaufenen Augen. Tränen der Hoffnung, Tränen der Verzweiflung. Ein anstrengender, aber auch hoffnungsvoll stimmender Tag liegt hinter ihr. Bei einer groß angelegten Typisierungsaktion in der Gommeraner Versammlungsstätte am Volksshaus hatten sich am Sonnabend zwischen 10 und 15 Uhr 814 Personen typisieren lassen. Eine unglaubliche Resonanz, mit der keiner der Beteiligten gerechnet hatte. „Ich bin überwältigt und so dankbar“, sagt Julia Schlicht leise.

Diagnose Leukämie

Die Diagnose Leukämie kam am 22. Dezember 2017. Es war bereits die zweite. Eigentlich dachte die Familie, sie hätte die Krankheit besiegt. Jared hatte dank Bestrahlung und Chemotherapie keine Krebszellen mehr im Körper. Dann der Schock. „Da bricht die Welt zusammen“, erinnert sich Julia Schlicht. Recht bald war dann auch klar, dass eine normale Therapie nicht mehr helfen würde. Um Jared zu heilen, ist eine Stammzellenspende notwendig.

Kontakt zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wurde aufgenommen. In der Datei sind über sieben Millionen potentielle Knochenmark- und Stammzellenspender registriert. Diese wird derzeit nach einem Spender für Jared durchsucht. Zeitgleich wurde zusätzlich eine Typisierungsaktion ins Leben gerufen, um im direkten Umfeld in Gommern nach einem Spender zu suchen.

Bilder

Vor knapp vier Wochen begannen die Planungen. Eine Örtlichkeit wurde gesucht, und unzählige freiwillige Helfer konnten gewonnen werden. Die Schirmherrschaft über die Aktion übernahmen der Landrat des Jerichower Landes, Steffen Burchhardt, und Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein. Auf allen Kanälen wurde geworben: Internet, Radio, Zeitung. Ein Rahmenprogramm wurde organisiert. Alles ehrenamtlich, freiwillig.

Ob unter den 814 Typisierten ein Ritter für Jared ist, wird in etwa vier bis sechs Wochen bekannt sein.