Kultur in der Pandemie

Hinter dem Büdener Kultursommer steht immer noch ein Fragezeichen

Eine Vernissage muss abgesagt werden, und ob die anderen geplanten Veranstaltungen in Büden stattfinden können, entschiedet die Pandemie-Entwicklung.

Von Stephen Zechendorf
Seit Jahren findet in der ehemaligen Kirche von Büden ein Kultursommer mit Ausstellungen und Konzerten statt.
Seit Jahren findet in der ehemaligen Kirche von Büden ein Kultursommer mit Ausstellungen und Konzerten statt. Foto: Stephen Zechendorf

Büden - „Es ist alles noch sehr riskant. Wir müssen die Vernissage verschieben“, sagt die Vereinsvorsitzende Birgit Jerems auf Volksstimme-Nachfrage.

Die feierliche Eröffnung der Kunstausstellung mit Werken des Künstlers Michael Kott war eigentlich für den 15. Mai 2021 vorgesehen. Doch es fehlte bis zuletzt an verlässlichen Informationen dazu, was zu Zeiten der dritten Welle der Pandemie erlaubt sein wird, und was nicht. „Wir brauchen ja auch Vorlauf für die Werbung“, so Birgit Jerems. In den zurückliegenden Jahren war es dem Verein gelungen, die säkularisierte Kirche in Büden als Kulturstandort kontinuierlich auszubauen, der zuletzt auch eine überregionale Wahrnehmung erfuhr.

Von Auflagen überfordert

Bereits im Jahr 2020 konnten wegen Corona nicht alle Veranstaltungen des Büdener Kultursommers wie geplant stattfinden. Wegen der Hygienebestimmungen konnten etwa bei der Vernissage immer nur 16 Personen zugleich die Kunstausstellung besichtigen. Ein geplanter „Irischer Abend“ fiel komplett aus. Das Konzert mit dem in Büden stets willkommenen Duo „Capriccio“ musste auf den Kirchvorplatz verlegt werden.

Drei Veranstaltungen hat der Verein für das Jahr 2021 geplant und dafür auch wieder Fördergelder aus dem „WIR“-Fördertopf der Stadt Möckern beantragt. So soll endlich der seit Längerem geplante „Italienische Abend“ mit Francesca Donato und Daniel Heine - auch bekannt als „Smoke'n Harmony“ - stattfinden. „Es ist offen, wie wir das zeitlich hinbekommen“ sagt Birgit Jerems: „Von den Auflagen fühlen wir uns überfordert.“

Mehr Hoffnung setzen die Vereinsmitglieder in den August, wenn das Konzert mit Capriccio geplant ist: „Vielleicht ist dann schon wieder alles entspannter“, hofft die Vereinsvorsitzende. Durchaus denkbar sei, dass es wieder eine musikalische Freiluftveranstaltung wird. Ganz dringend hofft man, dass im Advent das Konzert der Biederitzer Kantorei und die Heiligabend-Feier mit dem Kinderchor wird stattfinden können.

„Im vergangenen Jahr musste es ja ausfallen. Daher haben wir aufgezeichnete Videos mit dem Kinderchor zu Weihnachten verschickt“, erzählt Birgit Jerems.

Arbeitseinsatz in Etappen

Bei dem Ziel, das seit Jahrzehnten nicht mehr kirchlich genutzte Gotteshaus weiter herzurichten, sind dem Verein aktuell ebenfalls die Hände gebunden. Ein im April geplanter Arbeitseinsatz wurde in Etappen gestaffelt durchgeführt, damit sich die Mitglieder nicht zu nahe kommen: „Die einen kamen vormittags, die anderen nachmittags, manche am Wochenende, andere in der Woche. Wir haben uns gar nicht gesehen“, beschreibt Birgit Jerems den etwas anderen Arbeitseinsatz. Viel wurde im Außenbereich erledigt. „Wir sind alle natürlich traurig, aber immer noch sehr motiviert“, freut sich die Vereinschefin. Der Verein besteht aus 25 Mitgliedern.

Das Vorhaben, eine Toilette im Gebäude einzurichten, wurde noch nicht realisiert. Auch fehlt noch der Fußboden im Turm. Ein hehres, aber weit entferntes Ziel ist es auch, die alte Malerei in der Apsis zu rekonstruieren. Man müsse nun aber erst einmal wieder Eigenmittel zusammenbekommen. In der Vergangenheit hatte der Verein mit Sponsorgeldern und Fördergeldern das Dach reparieren können, die Elektrik erneuert und die Glocken in den neuen Glockenstuhl bringen können.