Burg l Für die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums an der Conrad-Tack-Berufsschule der große Moment gekommen: Es gab Zeugnisse. Sie überreichte Schulleiter Dr. Marco Dominé, zusammen mit den Fachlehrern der Lehr-Bereiche Wirtschaft, Gesundheit und Soziales als auch Technik.

Abi-Ball folgte

Nach knapp drei Jahren hatten sich 51 Schüler den Abiturprüfungen gestellt, so Schulleiter Dominé. Davon bekamen 41 Schüler die allgemeine Hochschulreife, acht Schüler erhielten den schulischen Teil der Fachhochschulreife und ein Prüfling konnte aus gesundheitlichen Gründen noch nicht abschließen. Ein weiterer Schüler wird die 13. Klasse, „und damit die Abitur-Prüfung, wiederholen.“ Die Zeugnis-Ausgabe mit dem anschließenden Abiturientenball organisierten die Schüler selbst.

Stellvertretend für die zahlreichen Schüler, die in den verschiedenen Festkomitees die Strippen für das Gelingen der Veranstaltung zogen, stehen Monise Weiser und Lukas Richter. „Es war anstrengend und zeitaufwendig“, so der Pareyer Richter. Es fing an mit dem Finden eines Mottos, ging weiter über die Einigung für den Veranstaltungsort und hörte mit der Generalprobe nicht auf. Über das Motto einigten sich die Schüler schnell: „Mit Stil ans Ziel“. Ja, in feiner Abendgarderobe lebten die jungen Frauen und Männer den Leitgedanken des Abends und auch ihrer gesamten Schulzeit so richtig aus. Dabei setzen sie mit ihrer Kleiderwahl hohe Maßstäbe, die für kommende Jahrgänge schwer zu toppen sein werden. Erst sollte die Feier im AMO Magdeburg stattfinden, gesteht Richter. Als „Kassenwart“ im Festkomitee wachte er mit Argusaugen über das Budget und das sollte auf keinen Fall überzogen werden. „Da machte die Stadthalle Burg ein Angebot, was wir nicht ablehnen konnten“, und so stand auch der Ort fest.

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Generalprobe

Monise Weiser sagt über die Generalprobe: „Wir haben drei Stunden Stellprobe und das Einlaufen in den Saal geübt – und das bei den Temperaturen.“ Ab diesem Zeitpunkt waren die acht Mitglieder des Festkomitees regelmäßig vor Ort und prüften, stellten nach oder stellten auch um. Denn: „Wer die Prüfung nicht schaffte, sagte ab und dann ging das Planen von vorn los“, so die beiden Schüler. Die Aufregung war groß und mit ein wenig Bangen näherte sich der große Tag der Zeugnisausgabe.

Kurz vor dem Überreichen der Zeugnisse spricht Schulleiter Dominé letzte Worte an seine, bald ehemaligen Schüler, wie er sie jetzt schon beschreibt. „Erinnern Sie sich an ihren fünften Schultag, als Sie zum dritten Mal gewählt haben oder an Ihren fünften Kuss?“ Bestimmt nicht. Man erinnere sich immer an das erste Mal – egal was es war, „an die Premiere.“ Seine Anregung an die Schüler, aber nicht nur an sie: „Werden Sie süchtig nach Premieren!“

Denn es sind fantastische Erinnerungen, die unser Leben enorm bereichern, betont Dominé. Leider nehme bei den meisten Menschen die Anzahl der Premieren immer mehr ab, aber nicht, weil sich die Möglichkeiten beschränken, sondern weil man bequem werde und „sich in den Premieren der Vergangenheit einrichte.“ „Mit 20 gestorben, und mit 60 noch nicht beerdigt“, bringt es der Schulleiter auf den Punkt. „Verändern Sie sich, seien Sie neugierig, probieren Sie sich aus.“

Dass sie es schaffen, Premieren zu erzeugen, bewiesen die Schüler an diesem Abend vortrefflich. Sei es die Alleinstellung eines Abiturzeugnisses oder die Organisation der festlichen Veranstaltung. Monise Weiser wird demnächst Betriebswirtschaft studieren, „dual, in Stendal.“ Sie freue sich darauf, so sagt sie, und das Organisieren und Moderieren der Veranstaltung habe ihr gezeigt, „dass ich mich richtig entschieden habe.“ Sie werde auf jeden Fall erstmal hier in der Region bleiben. „Wie es dann nach dem Studium weitergeht, mal sehen.“ Da steht dann wohl die nächste Premiere schon ins Haus.