Hohenwarthe l „Die Kartierung der Arten im Baufeld ist abgeschlossen“, berichtet der Ordnungsamtsleiter und stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Möser, Hartmut Dehne. Er hat sich das Projekt Hochwasserschutzmauer Hohenwarthe auf den Schreibtisch gezogen und arbeitet seitdem daran die Steine, die von verschiedenen Stellen immer wieder in den Weg gelegt worden, Stück für Stück beiseite zu räumen.

Bereits 2015 hatte die Gemeinde Möser einen Antrag auf Fördermittel für die Beseitigung von Hochwasserschäden gestellt. Im März 2016 gab es dann 1,18 Millionen Euro für die Sicherung des Hochufers in Hohenwarthe, an dem es in der Vergangenheit bereits Abbrüche gegeben hatte. Doch statt mit der Umsetzung der Planungen zu beginnen kamen die Umweltschützer, weil die Hochwasserschutzmauer in einem der von der EU am strengsten geschützten Naturschutzgebiete liegt.

Kartierung liegt vor

Kartierungen von Flora und Fauna wurden gefordert und mussten über einen langen Zeitraum erbracht werden. Dies ist mittlerweile geschehen. Die vollständige Kartierung liegt derweil bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises.

Doch damit nicht genug, weil die Kartierung erst durchgesetzt und auch erst zur Vegetationsphase durchgeführt werden konnte, lief der Gemeinde Möser die Zeit davon. Die Frist zur Umsetzung der Fördermittel lief aus. Dehne und Köppen mussten deshalb beim Landesverwaltungsamt vorsprechen und um eine Fristverlängerung bitten. Mit Erfolg. Bis 2020 hat die Gemeinde nun Zeit das Hochufer und damit die Hangbebauung samt Fußweg zu schützen.

Massive Unterspülungen

Das ist auch dringend notwendig, denn bereits zum Hochwasser 2013 hatte es massive Unterspülungen am Hang, Risse im Erdreich und Ausspülungen von Wurzeln gegeben. Gerade die halten das Erdreich am Hang noch einigermaßen fest, was nicht heißt, dass Erdrutsche und Hangabbrüche damit aus der Welt sind. Die Gefahr ist nach wie vor groß. Deshalb wird nun im Herbst und Winter mit der Freiräumung des Baufeldes für die 450 Meter lange Hochwasserschutzmauer begonnen.

Baubeginn Frühjahr 2019

„Wir liegen gut im Zeitrahmen. Uns läuft nichts davon“, erklärt Hartmut Dehne auf Anfrage. Zwar gab es nach seiner Aussage bereits Überlegungen von anderen Stellen das Förderprogramm noch einmal zu verlängern, für die Gemeinde Möser sei dies aber nicht notwendig. Dehne rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr 2019 und einem Bauabschluss im Laufe des Jahres.

„Restarbeiten, wie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen könnten auch noch 2020 notwendig sein, die Mauer wird aber 2019 stehen“, ist sich Dehne sicher.