Lostau l Bei der Sitzung des Gemeinderates am 18. Februar hatte Gemeindebürgermeister Bernd Köppen angekündigt, dass die Alt Lostauer bald Post vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft bekommen. Doch bis heute sind noch keine Briefe auf den Tisch der betroffenen Grundstückseigentümer geflattert.

Im Fall von Klagen ist Baubeginn unbestimmbar

Der zuständige Flussbereichsleiter des Landesbetriebes, Ronald Günther, hält sich zum konkreten Inhalt und Zeitpunkt der Schreiben bedeckt. Er sagt: „Durch die vorgesehenen Maßnahmen in Lostau entstehen Betroffenheiten hinsichtlich der erforderlichen Nutzung von öffentlichen, aber auch privaten Grundstücken und von Belangen des Naturschutzes.“ Diese Belange müssten nun im Rahmen der Genehmigungsplanung abgeklärt werden. Dies erfolge „aktuell“.„Bei Zustimmung aller Betroffenen kann eine Plangenehmigung beantragt werden, welche in der Regel ein kürzeres Genehmigungsverfahren erfordert als eine Planfeststellung“, betont Günther.

Sollte es eine Planfeststellung geben, sei nicht auszuschließen, dass Betroffene den Klageweg beschreiten. „Die Konsequenzen daraus wären ein unbestimmbarer Zeitraum des Baubeginns“, so der Flussbereichsleiter.

Probleme wegen räumlicher Enge

Bei einem Plangenehmigungsverfahren „ohne Hindernisse“, sprich: wenn alle betroffenen Grundstückseigentümer den aktuellen Planungen des LHW zustimmen, könnte Baubeginn im kommenden Jahr sein, sagt Günther.

Vor einigen Wochen hatte der Flussbereichsleiter von problematischen Planungen für den Hochwasserschutz in Lostau gesprochen. Zum einen wegen der räumlichen Enge. Dem neuen Deich müsste auch ein Gewässergraben weichen, der zur Zeit parallel am alten Eisenbahndamm entlangführt.

Werbung für Kompromisse bei der Planung

Zum anderen tun sich einige Alt Lostauer schwer damit, den inzwischen mehrfach vom LHW angepassten Planungen zuzustimmen. „Zu den vorgestellten Planungsergebnissen war und ist es schwierig, die ungeteilte Zustimmung der direkten Grundstückseigentümer und Nutzer zu erhalten“, sagte Günther Ende des vergangenen Jahres.

Der Flussbereichsleiter betonte, dass es Kompromisse zur Lage der neuen Hochwasserschutzanlage bei Alt Lostau geben müsse.

Verständnis für Sorgen der Lostauer

Ebenso wie Ronald Günter wirbt auch Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen für ein Einlenken der Anlieger. Köppen hat zwar Verständnis für die Sorgen der Anwohner in Alt Lostau. Er sagte aber auch: „Nur sollte am Ende bei allen Entscheidungen die Sicherheit der gesamten Gemeinschaft des Dorfes wieder in den Vordergrund rücken.“

Hintergrund der Sorgen der Anwohner ist unter anderem, dass ein regelkonformer Deich und Deichfuß nur dann realisierbar sind, wenn dafür Teile von jetzigen Gartenflächen mitgenutzt werden. Darüber hinaus soll auf der Deichkrone ein Weg entlang führen, der von Fußgängern und Radfahrern öffentlich genutzt werden kann. Das sehen die Anlieger als Einschnitt in ihre Privatsphäre an.

Ortschaftsrat für zügiges Vorgehen

Bernd Köppen hatte als Kompromiss einen Sichtschutz und eine einheitliche Abgrenzung oder Einzäunung vorgeschlagen.

Im Ortschaftsrat Lostau sprach sich sowohl Ortsbürgermeister Thomas Voigt als auch Ortschaftsrat Christian Luckau am Dienstagabend dafür aus, dass das Verfahren schnell weitergeht. „Solange die Bürger sich nicht dazu äußern können, geht es auch nicht voran“, sagte Luckau.