Hohenwarthe l Nach den Hochwasserereignissen des Jahres 2013 waren in Hohenwarthe unter anderem Schäden im Bereich des Hochufers festgestellt worden. Das Hochwasser hatte hier massive Unterspülungen am Hang, Risse im Erdreich und Ausspülungen von Wurzeln zur Folge. Die neue Mauer soll den Ort davor bei künftigen Hochwassern schützen, indem sie solche Ausspülungen verhindert.

Projekt verzögert sich wegen Biotopschutz

Schon kurz nach dem Hochwasser im Juni 2013 hatte die Gemeinde Möser einen Förderantrag „Böschungssicherung“ gestellt. Der Antrag wurde im März 2016 vom Landesverwaltungamt in Halle bewilligt. Es habe dann alles aber doch länger gedauert als erhofft, sagte Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) jetzt beim Spatenstich. Die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, das Biosphärenreservat Mittellelbe und der Laubbockkäfer hätten das Projekt verzögert, so Köppen. Vom Land geplante Regelungen zum Biotopschutz schlossen Hochwasserschutzmaßnahmen damals teilweise aus. So sollten in den Gebieten keinerlei bauliche Anlagen errichtet werden dürfen. Doch die Debatte ging – auch aufgrund des intensiven Einsatzes der Gemeindeverwaltung Möser – zugunsten des Hochwasserschutzes in Hohenwarthe aus.

Landrat Steffen Burchhardt (SPD) sagte beim Spatenstich, der Landkreis habe zweimal Katastrophen erlebt und beide Male waren Hochwasser. „Bisher sind wir immer mit einem blauen Auge davon gekommen“, betonte der Landrat. Wenn alle Projekte in zwei bis drei Jahren abgeschlossen seien, sei der Landkreis „komplett hochwasssersicher“.

Bilder

Komplette Hochwassersicherheit als Ziel

Der Landtagsabgeordnete Markus Kurz (CDU) hatte zum feierlichen Start der Maßnahme am Mittwoch einen Spaten aus dem Jahr 2016 mitgebracht, als in Gerwisch die Bauarbeiten für den dortigen Hochwasserschutz begannen. „So kann man gut sehen, dass wir uns an der Elbe entlangarbeiten“, sagte Kurze.

Die neue Hochwasserschutzmauer entlang der Elbpromenade in Hohenwarthe wird zwischen 2,40 und 3,15 Meter hoch sein und an das bereits vorhandene Mauerstück anschließen. Es werden insgesamt 190 Tonnen Stahl, 1050 Kubikmeter Beton, 12500 Kubikmeter Erde verbaut. Die Neigung des Hangs wird ebenfalls korrigiert werden.

Neue Mauer wird vor Ort gegossen

Die Winkelstützmauer wird vor Ort gegossen, wie Bernd Köppen sagte. Der Preis für die Mauer sei – entgegen erster Planungen – inzwischen deutlich gestiegen: von 1,7 auf 2,5 Millionen Euro. Das Geld fließt zu einhundert Prozent vom Land Sachsen-Anhalt.

Bereits im Januar und Februar 2019 hatten in Vorbereitung auf die Maßnahme Baumfällarbeiten am Hochufer begonnen. Nun soll die Mauer bis Anfang Dezember dieses Jahres stehen.