Möckern l Im Verein „Loburger Weg“ ärgert man sich über einen üblen Streich, den Unbekannte den Nutzern der Loburger Burg spielen wollten. Nur zufällig sei die Sache aufgeflogen, bevor Schlimmeres passieren konnte, sagt Vereinsvorsitzender Ludwig Dommroese am Volksstimme-Telefon.

Er fand in seinem privaten Briefkasten eine Benachrichtigungskarte der Abfallbeseitigungsgesellschaft des Jerichower Landes AJL. Darin bestätigte ihm der Entsorger die angemeldete Abholung mehrerer als Sperrmüll deklarierter Gegenstände vor der Burg am 9. Oktober.

Wollte jemand dem Verein Schaden zufügen?

Derzeit ist der Verein dabei, die Vereinsräume in der Loburger Burg zu renovieren (Volksstimme berichtete). „Da fällt tatsächlich auch Sperrmüll an. Aber wir haben noch keinen Abholtermin vereinbart“, so Dommroese. Eine kurze Umfrage unter den Vereinsmitglieder ergab schnell: Aus dem Verein hatte keiner den Sperrmülltermin vereinbart.

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Sauer ist man im Verein darüber, was von Unbekannt als Sperrmüll deklariert worden ist. Ludwig Dommroese liest vor, was auf der Anmeldung alles aufgeführt wird: „Bemalte Autoreifen, Baumscheiben, sechs Lampen, ein bemaltes Fahrrad, Gartenstühle und ein Tisch... Das ist doch alles Bestandteil unserer Dekoration im Eingangsbereich unserer Burg“, schimpft der Chef des Loburger Weges. „Da wollte jemand den Verein schädigen“, ist Dommroese sicher. Ihm gehe da die Hutschnur hoch: „Wir machen das alles doch nicht für uns!“

Dekoration gestohlen

Die Vereinsleute vom „Loburger Weg“ sind sehr stolz auf die Installation, die links neben der Burgzufahrt einen festen Platz gefunden hat. Angestrichene Gartenmöbel und ein ausrangiertes Fahrrad stehen vor einem umgenutzten Bauzaun-Element, auf dem mit vielerlei Ausschmückung vorbeifahrende Kraftfahrer und die Gäste begrüßt werden oder auf die kommenden Veranstaltungen hingewiesen wird. Auf den Mauern der Einfahrt sorgen selbstgebaute Lampen aus Holz für Licht.

Offenbar trifft die Dekoration aber nicht jedermanns Geschmack. Oder vielleicht ja doch: Schon in der Vergangenheit war dem Verein ein altes bemaltes Fahrrad aus der Dekoration gestohlen worden. „Wenn demjenigen unsere Dekoration nicht gefällt, soll er es sagen und selber Vorschläge machen“, ärgert sich Vereinsmitglied Marianne Dommroese.

An den Burgvogt

Die Antwortkarte der AJL sei nur in seinem Briefkasten gelandet, weil der Postbote die Adresse des Vereinschefs wusste, glaubt Ludwig Dommroese. Die Antwortkarte nennt als Sperrmüll-Auftraggeber die Personalie: „An den Burgvogt der Burg, Burgstraße 22“.

„Einen Burgvogt gibt es nicht“, ärgert sich Ludwig Dommroese. Ihmzufolge deutet das Schriftbild der Karte auf einen älteren Menschen hin: „Das e wird noch in alter Schreibform gesetzt“, bemerkt der Chef des Loburger Wegs.

Kein Straftatbestand vorhanden

Die versuchte Sperrmüll-Anmeldung habe man bei der Polizei anzeigen wollen, berichtet Ludwig Dommroese der Volksstimme. Doch dort habe man keinen Straftatsbestand gesehen. Auf Volksstimme-Nachfrage bestätigt der Polizeisprecher des Polizeireviers in Burg, Christian Sewina, dass die Angelegenheit wohl als Scherz anzusehen sei, da kein Straftatbestand ersichtlich sei.

Den Abholtermin hat der Verein „Loburger Weg“ abgesagt. „Mir haben die Mitarbeiter der AJL gesagt, wenn sie vor Ort keinen auf einem Platz zusammengestellten Haufen Sperrmüll gefunden hätten, wären sie sowieso wieder weggefahren“, so Dommroese.