Burg/Gerwisch l Um kurz nach neun Uhr war es am Dienstagvormittag soweit. Als Erster im Jerichower Land bekam Walter Fleischer eine Corona-Impfung verabreicht. „Ich habe überhaupt nichts gemerkt“, sagte der Bewohner des DRK-Altenpflegeheimes „An der alten Eiche“ in Gerwisch. „Das wollte ich hören“, meinte schmunzelnd Dr. Sven Ackmann, der zusammen mit seiner Frau Sibylle die Impfungen vornahm. Für den 88-Jährigen war es keine Frage, sich den Schutz spritzen zu lassen. „Das muss doch sein“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Das sahen allerdings nicht alle so.

Von den 40 Bewohnern haben sich 36, also 90 Prozent, von den 35 Mitarbeitern hat sich nicht einmal die Hälfte impfen lassen. „Mancher Bewohner hat noch nie eine Impfung bekommen, der fängt jetzt mit 80 auch nicht damit an“, sagte Einrichtungsleiterin Jana Müller. Bei vielen herrsche auch noch eine große Unsicherheit.

Impfung braucht Zustimmung

Dass ihre Einrichtung zu den ersten gehören würde, hat Jana Müller bei der Bewohnerweihnachtsfeier am 23. Dezember erfahren. Dann liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, Anamnesebögen wurden ausgedruckt, Betreuer benachrichtigt. Am Montag wurden dann die Aufklärungsgespräche geführt, denn ohne Zustimmung darf auch nicht geimpft werden.

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Die beiden Ärzte hatten schon vor längerer Zeit gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung ihre Bereitschaft erklärt, beim Impfen mitzuhelfen. „Aber erst gestern wurden wir angefragt“, sagte Dr. Sven Ackmann. Es habe eben auch nicht langfristiger festgestanden, in welchen Heimen geimpft werde. Am Dienstag war neben der DRK-Einrichtung in Gerwisch der Diakonieverein Burghof in Wahlitz an der Reihe. Heute folgen das Seniorenzentrum „Hans Georg Stielke“ in Genthin und die Siegl-Kranken- und Seniorenpflege in Burg. 80 Impfdosen wurden zudem an die Helios-Klinik und den Rettungsdienst abgegeben. Für den heutigen Mittwoch ist die nächste Lieferung angekündigt. Thomas Barz, Leiter des Corona-Krisenstabes in der Kreisverwaltung, zeigte sich zufrieden mit dem Anlaufen der Impfaktion. „Die Reihenfolge ist nach bestimmten Kriterien festgelegt, und wir haben eine gute Streuung gefunden“, sagte er. Auch in den kommenden Wochen seien in erster Linie die mobilen Teams unterwegs. Dass das Impfzentrum in der Burger Stadthalle eingerichtet worden sei, bedeute aber nicht, dass aus dem gesamten Kreis nach Burg zum Impfen gefahren werden müsse. „Wir werden auch mobile Impfzentren einrichten“, kündigte Barz an.