Bürgermeisterwahl

In Möckern ist der Wahlkampf um den Chefsessel eröffnet

Von Stephen Zechendorf
Doreen Krüger kandidiert für das Bürgermeisteramt.
Doreen Krüger kandidiert für das Bürgermeisteramt. Foto: Stephen Zechendorf

Möckern

Mit der 41-jährigen Finanzbeamtin aus Rosian gibt es somit einen ersten Gegenkandidaten zu Frank von Holly, welcher bereits im Sommer 2020 angekündigt hatte, auch für eine dritte Amtsperiode bereit stehen zu wollen.

Doreen Krüger ist seit 2018 Mitglied im Stadtrat Möckern, und seit Kurzem auch Vorsitzende des Kulturausschusses. Die gebürtige Roßlauerin war lange Zeit Vorsitzende der Stadtelternvertretung in Möckern und arbeitet im verwaltungstechnischem Finanzsektor.

Krüger will die Verwaltung modernisieren

„Mein Augenmerk soll darauf liegen, die Verwaltung zu modernisieren“, heißt es in einer von Doreen Krüger verbreiteten Pressemitteilung: „Für die Zukunft brauchen wir ein leistungsstarkes, gut strukturiertes und vor allem auf den Bürger zugeschnittenes Verwaltungssystem.“

Die Bewerberin wolle das „Wir-Gefühl“ in der Einheitsgemeinde stärker in den Vordergrund stellen, heißt es weiter. „Die Herausforderungen der nächsten Jahre können nur gemeinsam angegangen werden“, so die Bewerberin.

Auch in der CDU gibt es Unterstützer für Krüger

Doreen Krüger weiß bei ihrer Bewerbung die Mitglieder der Fraktion „Wählergemeinschaft Fläming/Grüne“ sowie einige der Ortsbürgermeister in der Einheitsgemeinde hinter sich. Auch aus den Reihen der anderen Stadtratsfraktionen inklusive der CDU soll es Befürworter für die Gegenkandidatur von Doreen Krüger geben.

Zuletzt hatte es auch aus den Reihen der Christdemokraten im Stadtrat kritische Töne zu Aussagen und Entscheidungen des Stadtbürgermeisters mit CDU-Parteibuch gegeben. Im Juli 2020 hatte sich der Stadtrat von Möckern mehrheitlich - also auch mit Stimmen der CDU - dafür ausgesprochen, dass der Kulturausschuss der Stadt Möckern nicht mehr automatisch vom Stadtbürgermeister geleitet werden solle. Die Hauptsatzung war daraufhin geändert und Doreen Krüger zur neuen Ausschussvorsitzenden gewählt worden.

Zu Unstimmigkeiten führte im Vorfeld der Stadtratssitzung am Donnerstag eine öffentliche Mitteilung des Stadtchefs zur weiteren Verfahrensweise mit Avacon-Spendengeldern, welche im Corona-Jahr 2021 nicht wie üblich als „Wir-Fördergelder“ ausgereicht werden können. Thomas Lindemann rügte daraufhin im Namen der Fraktion Wählergemeinschaft Fläming, dass der Stadtchef Frank von Holly sich nicht mehr in die Belange des Kulturausschusses einmischen solle, dessen Vorsitzender er nicht mehr ist. Der Stadtchef erklärte, er habe lediglich über eine Entscheidung der Avacon informiert.

Noch viel Zeit für weitere Kandidaten

Noch ist Zeit für weitere Kandidaten, ihren Hut für den Posten von Möckerns Stadtbürgermeister in den Ring zu werfen. Die Wahl des Hauptverwaltungsbeamten hat frühestens sechs Monate und spätestens einen Monat vor Ablauf der Amtszeit zu erfolgen. Die Amtszeit von Frank von Holly endet am 7. Juli 2022.

Bei der Stadtbürgermeisterwahl im Jahr 2008 war Frank von Holly erfolgreich gegen sieben weitere Bewerber angetreten. Bei der darauffolgenden Stadtbürgermeisterwahl im März 2015 konnte Frank von Holly sich nur knapp gegen den einzigen anderen Kandidaten Bernd Wünschmann mit 51,3 Prozent aller gültigen Wählerstimmen durchsetzen.

Die Amtszeit für das oberste Amt in Deutschlands viertgrößter Flächengemeinde beträgt sieben Jahre. Wählbar zum Hauptverwaltungsbeamten sind Deutsche im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes und Staatsangehörige anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Der Hauptverwaltungsbeamte muss am Wahltag das 21. Lebensjahr vollendet haben.

Der Wahlgewinner hat Verantwortung über 27 Mitgliedsgemeinden der Einheitsgemeinde Möckern.

Neuer Wappenbaum vor Rathaus Möckern geplant

Welche Orte zur Stadt gehören, wird der künftige Stadtchef bald vor seinem Büro ablesen können. In der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag wurde beschlossen, dass die Stadt Möckern einen neuen Wappenbaum vor dem Rathaus in Möckern erhalten soll.

Angestoßen hatte die Diskussion um den bisherigen Wappenbaum Möckerns Hauptamtsleiter Holger Maier, der empfohlen hatte, sich darüber Gedanken zu machen, was aus dem bunten Pfosten auf dem Möckeraner Rathausvorplatz werden soll, der früher einmal die Wappen der Mitgliedsgemeinden der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Möckern getragen hatte.

Nachdem im Jahr 2018 die ersten Wappen windschief hingen, wurde im Rahmen der Gefahrenabwehr die Demontage der Wappen angeordnet.

Unter dem Wappenbalken der Stadthalle von Möckern fand die Stadtratssitzung statt.
Unter dem Wappenbalken der Stadthalle von Möckern fand die Stadtratssitzung statt.
Fotos (3): Stephen Zechendorf