Möser l Die nächste Sitzung des Gemeinderates in Möser soll am 16. Februar im schriftlichen Verfahren stattfinden. Die SPD-Fraktion hat dazu einen Antrag eingebracht. Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) soll von den Gemeinderäten beauftragt werden, auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie „Radschnellverbindungen in der Region Magdeburg“ einen solchen Radweg von Magdeburg über Biederitz und Möser nach Burg voranzutreiben. Dies solle im Zusammenwirken mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der anderen Städte und Gemeinden erfolgen. Außerdem sollen dafür Fördermittel aus dem neuen Förderprogramm „Stadt und Land“ des Bundesverkehrsministeriums beantragt werden, so die SPD-Fraktion. 660 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2023 aus diesem Programm in eine „bessere und sichere Radwegestruktur“ fließen, so das Bundesverkehrsministerium.

Möser dient der Naherholung

„Heute wie auch vor 100 Jahren dient die Gemeinde der Naherholung für die Bevölkerung der umliegenden Ballungsräume und städtischen Zentren“, heißt es im Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzept der Gemeinde Möser. Die natürliche Landschaft, Gastronomie und Erlebnispunkte regionaler Geschichte würden zu Ausflügen einladen. Aber: „Parallel zur Bundesstraße B1 führt als Diagonale eine Radwegespur seitlich der Fahrbahn von Heyrothsberge über Möser und Schermen bis nach Burg. Diese ist aufgrund der unmittelbar angrenzenden hoch frequentierten Straße der B1 und den daraus resultierenden Gefahrenpotenzialen nicht sonderlich attraktiv.“

Zwar soll entlang der Bundesstraße 1 von Magdeburg nach Burg perspektivisch ein neuer Radweg gebaut werden, der etwas abgesetzt von der Fahrbahn entlang führen soll und somit sicherer wird – wesentlich attraktiver macht das die Strecke für Peter Hammer und Denny Hitzeroth von der SPD Möser aber nicht. Sie bevorzugen eine Verbindung zwischen Magdeburg und Burg, über Biederitz und Möser, die landschaftlich schöner und damit für Radpendler und -touristen auch attraktiver ist. Sie könnte nach Ansicht von Peter Hammer in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Um das Fördergeld aus dem neuen Bundesprogramm abzufassen, sollte sich die Gemeinde Möser aber zügig positionieren.

Standortvorteile sollen mehr genutzt werden

Mit ihrem Antrag bezieht sich die SPD auf eine Machbarkeitsstudie, die die Stadt Magdeburg bei einem Berliner Büro in Auftrag gegeben hatte, das „Innovationsberatung in Fragen der neuen und nachhaltigen Mobilität“ anbietet.

Das Thema Radschnellverbindungen ist auch Bestandteil des sogenannten Verkehrsentwicklungsplan 2030plus der Landeshauptstadt. Hierin ist als ein Ziel festgelegt, dass die Stadt Magdeburg und die drei Landkreise Börde, Salzlandkreis und Jerichower Land gemeinsame Standortvorteile stärker nutzen sollen. Mit der Einrichtung von Radschnellverbindungen ins Stadtumland solle der Umweltverbund gestärkt werden, heißt es im Maßnahmenpaket zum Verkehrsentwicklungsplan 2030plus der Landeshauptstadt.

Orte besser miteinander verbunden

In der durch die Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie wird ebenfalls festgestellt, dass ein Radweg an der „hoch belasteten“ Bundesstraße 1 mit „hohen Lärm- und Schadstoffemissionen“ und damit Stressfaktoren verbunden sei. Eine Radschnellverbindung über diese Linienführung würde laut der Studie zudem teils lange Zulaufstrecken von den oder in die umliegenden Orte erforderlich machen. Die Machbarkeitsstudie sieht aus diesen und weiteren Gründen erheblich mehr Potenzial in der Linienführung einer Radschnellverbindung, die über den Ortskern von Biederitz weiter über Gerwisch, Lostau, Möser, Schermen und Detershagen nach Burg führt. Diese Orte würden damit zu Zielen des Radverkehrs und auch untereinander gut verknüpft.

Zwar zielten Radschnellverbindungen primär auf den Berufs- und Ausbildungsverkehr ab – mit der favorisierten Trassenführung würde von dem Radschnellweg zwischen Magdeburg und Burg aber gleichzeitig auch der Freizeitverkehr profitieren, heißt es in der Studie weiter. Eine Führung entlang der B 1 hingegen sei „siedlungsfern“ und biete eine „geringe Erlebnisqualität“.

Den Schwerpunkt mehr auf den Radfahrer zu legen – das findet Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) richtig. Eine Radschnellverbindung zwischen Magdeburg und Burg, die über Möser führt, kann er sich gut vorstellen. Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimaschutzes und der CO2-Einsparung. „Da sind andere Länder viel weiter“, sagt Köppen. Eine solche Verbindung würde sicherlich auch von Pendler genutzt werden, kann er sich vorstellen. Und auch, dass die Strecke an der Bundesstraße 1 entlang nicht sonderlich attraktiv ist. „Ich würde als Radfahrer auch lieber den Weg durch den Wald fahren“, sagt Köppen.

Antrag soll Anstoß zur Verständigung sein

Der Antrag, den die SPD-Fraktion zur Beratung in den Möseraner Gemeinderat eingebracht hat, solle ein Anstoß sein, dass sich die Städte Magdeburg und Burg sowie die Gemeinden Biederitz und Möser, die entlang der Route lägen, miteinander verständigen, sagt Fraktionsvorsitzender Peter Hammer.

Der Biederitzer Gemeindebürgermeister Kay Gericke sagt, man wolle sich einer solche Radschnellverbindung sicherlich nicht versperren. Das Thema gehöre aber in den Bauausschuss der Gemeinde Biederitz und müsse dort beraten werden.