Burg l Es ist gerade einmal drei Minuten lang, doch das Video, das der Oberstufenchor des Burger Roland-Gymnasiums auf Youtube gepostet hat, geht unter die Haut. Dirigiert von Chorleiter Christian Hoffmann singen die Gymnasiasten den Simon-and-Garfunkel-Klassiker „Sound of Silence“. Das Besondere dabei: Jeder hat für sich die Aufnahme eingesungen, nur durch die besondere Schnitttechnik erscheint der Chor auf dem Bildschirm als Ganzes. Mittlerweile ist es schon mehrere Tausend Mal auf Youtube angesehen, einige Hundert Mal geteilt worden und ist auch auf Facebook ein Renner. Lob kam auch von Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), der schrieb: „Schön, was man alles von zu Hause aus machen kann“, und Landrat Steffen Burchhardt (SPD) meinte anerkennend: „Das nenne ich Liebe zum Beruf“.

Ergebnis von Disziplin und Mut

Es sei alles für die Kinder gewesen, und es habe sich so gelohnt, antwortete Hoffmann. „Als die Schulen geschlossen wurden, war mir klar, dass auch der Chor eine Aufgabe bekommen müsste, nicht nur in den anderen Schulfächern“, sagte er am Montag im Gespräch mit der Volksstimme. Die Noten verschickte er über eine Whats-App-Gruppe, und jede Chorstimme bekam eine Audiodatei. Die Schüler hatten zwei Wochen Zeit, und fast jeden Tag schrieb Hoffmann in die Gruppe, dass sie an die Aufgabe denken sollen. Ihm war sehr wohl bewusst, dass es eine schwierige Aufgabe ist, ganz allein zu Hause ein Lied einzusingen. „Das erfordert sehr viel Disziplin und enormen Mut“, sagte er. Doch er konnte sich auf die Sänger verlassen. Am Ende hatte er 32 Audiodateien, nicht nur von aktuellen, sondern auch von ehemaligen Mitgliedern des Oberstufenchores, die von der Aktion Wind bekommen hatten.

Dann begann die technische Seite des Projekts. Am Computer wurden die einzelnen Dateien übereinander gelegt, dann die Klavierspur eingespielt. Schließlich wurden die Videos hineingeschnitten. Hoffmann ist von dem Ergebnis begeistert: „Alle haben toll mitgezogen.“

Videos

Chor verschafft sich Gehör

Für das Stück von Paul Simon und Art Garfunkel, die Single wurde 1966 veröffentlicht, hatte er sich entschieden, weil sie eben genau die Botschaft herüberbringt, um die es geht. Übersetzt heißt der Titel „Klang der Stille“. „Und genau darum geht es doch in diesen Tagen, der Chor ist nicht mehr zu hören, seine Lieder sind nicht mehr zu hören“, erläuterte Hoffmann. Und nun hat sich der Chor auf beeindruckende Art und Weise eben doch Gehör verschafft.

Viele Kommentare in den sozialen Medien verlangten nach einer Zugabe, die rennen bei Hoffmann offene Türen ein. Nach den Osterferien am 14. April werde immer noch keine Normalität eingekehrt sein. „So werde ich mir jetzt in den Ferien Gedanken über ein neues Projekt machen“, kündigte er an. Möglicherweise wird sich das nicht um den Oberstufenchor, sondern das Schlagwerkensemble drehen. „Die brauchen doch auch eine Aufgabe“, meinte Hoffmann und verriet der Volksstimme schon eine erste Idee: „Ich könnte mir gut ein Stück vorstellen, das auf Küchengeräten gespielt wird“.

Hier geht es zum Video vom Oberstufenchor.