Burg l Neben einer Grundsanierung über die Stark-Förderprogramme stehen umfangreiche Brandschutzarbeiten für fast zwei Millionen Euro auf dem Plan. Das Improvisieren beherrscht Manuela Kiwatt, Leiterin der Kita "Käte Duncker", mit ihrem Team bereits filmreif. Damit die Handwerker Baufreiheit haben, müssen kurzerhand einzelne Kita-Räume freigezogen und die Jüngsten in einem anderen Bereich des Hauses untergebracht werden. Und Bauleute, die ganz in Nachbarschaft der Kleinen mal hämmern, schleifen, bohren oder Materialien stapeln, gibt es in diesen Wochen reichlich, um das 1972 errichtete Haus in der Blumenstraße auf den baulich und technisch neuesten Stand zu bringen. "In den vergangenen Jahren gab es immer mal wieder Teilsanierungen. Aber wir haben hier noch ausreichend Teilbereiche, in denen seit der Fertigstellung noch nichts weiter passiert ist", erläutert Sachgebietsleiter Ulf Petermann von der Stadtverwaltung. So gebe es noch immer Gruppenbereiche, deren sanitäre Anlagen längst nicht altersgerecht sind. Denn in Teilen der Kindertagesstätte waren bis 2002 Hortkinder untergebracht. "Das heißt, die Sanitäranlagen haben die Installationshöhen, die für Erwachsene verwendet werden. Das ändern wir nun."

Zusätzlich müssten Leitungsnetze erneuert werden, da im Haus gehäuft Rohrleitungsbrüche auftreten, ergänzt die zuständige Sachbearbeiterin Margit Dohm. "Nässeschäden im Kellerbereich waren keine Seltenheit." Dass auch noch Bodenbeläge in Gruppenbereichen, Fluren, im Büro und Versammlungsraum getauscht werden müssen, sei auch aus hygienischen Gründen unvermeidbar.

Nicht wesentlich anders ist der Zustand der 1978 erbauten Kita "Regenbogen" in der Neuendorfer Straße. Neben Nässeschäden und unzeitgemäßen sanitären Anlagen muss das Dach dringend eingedeckt werden, erläutert Petermann, der überhaupt auf einen immensen Mangelzustand verweist: "Die aus 1992 stammende Konstant-Temperaturkesselanlage ist sehr störanfällig und arbeitet nicht energieeffizient." Sie verliert nach 30 Jahren, also 2022, ihre Betriebszulassung. Daneben schlummern in der Einrichtung zu viele Unfallgefahren und hygienische Mängel.

Ein wesentlicher Schwerpunkt ist in beiden Kindereinrichtungen die Umsetzung eines völlig neuen Brandschutzkonzeptes für knapp zwei Millionen Euro. Diese Investitionen bestreitet die Stadt aus eigenen Mitteln. In diesem Zusammenhang werden pro Einrichtung etwa 80 Türen inklusive der Zargen gewechselt. "Dabei planen wir keinen gewöhnlichen Tausch. Bei den Türen handelt es sich um Rauch- und Feuerschutztüren, die zugleich Klemmschutzsysteme enthalten und schallmindernd wirken", sagt Margit Dohm. Zudem werden die elektrischen Anlagen in beiden Kitas vollständig getauscht und neue Schaltschränke installiert. Auch das Rettungswegekonzept wird neu organisiert. Deshalb müssen mehrere Wände durchbrochen werden.

Kein Wunder, dass es in den Einrichtungen auch einmal laut zugeht.