Burger Landtagswahlkandidat

Jan Scharfenort (AfD) will, dass Politik durchschaubarer wird

Mehrere Schlüsselerlebnisse brachten Jan Scharfenort in die Politik, der Euro, die Flüchtlingspolitik. Nun will er im Burger Wahlkreis für die AfD in den Landtag.

Von Thomas Pusch
Jan Scharfenort ist zur Entspannung gerne in der Natur, hier im Burger Flickschupark. Außerdem mag er Motorradfahren, bis Italien ist er schon gekommen, und Krafttraining.
Jan Scharfenort ist zur Entspannung gerne in der Natur, hier im Burger Flickschupark. Außerdem mag er Motorradfahren, bis Italien ist er schon gekommen, und Krafttraining. Foto: Thomas Pusch

Burg - Die Umfragen sehen derzeit gut aus für die AfD in Sachsen-Anhalt. Dass Jan Scharfenort nach der Landtagswahl aber Mitglied einer Regierungsfraktion werden könnte, hält er nahezu für ausgeschlossen. „Solange wir nicht die absolute Mehrheit bekommen, werden wir nicht in der Regierung sein, das werden die Altparteien verhindern“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Er bewirbt sich um das Direktmandat, sieht im Christdemokraten Markus Kurze einen starken Gegner, sieht aber dennoch eine Chance. „Das wäre natürlich ein toller Erfolg, das stärkt auch die Person und mit ihr ihre Themen“, meinte er.

Zu seinen Themen gehört der Umgang mit der Corona-Krise, auf den er immer wieder angesprochen werde. Die Bürger würden mit erheblichen finanziellen Belastungen rechnen, teilweise mit einer Inflation, andere würden um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Die produktive Klasse, volkswirtschaftlich gesprochen, mache sich am stärksten Gedanken, dazu gehörten auch die Selbstständigen. Sie seien keine Corona-Leugner, würden aber an den Maßnahmen zweifeln, und seien der Meinung, man hätte es besser machen können. „Das zeigt doch auch der Vergleich mit anderen Ländern oder einzelnen US-Bundesstaaten, die auch ohne einen strengen Lockdown durch die Corona-Krise gekommen sind, so Scharfenort.

Wirtschaft und Finanzen sind Hauptthemen

Schon vor Corona hatten Zweifel an der Regierungspolitik Scharfenort dazu bewegt, sich zu engagieren. Vor allem die Migrationspolitik war es, die ihn 2017 dazu bewog, in die AfD einzutreten. „Ich war überzeugt davon, dass das nicht funktionieren kann und nicht funktionieren wird“, erklärte er. Und er sieht sich bestätigt. Die Integration funktioniere nicht, wie sie funktionieren solle, das würden ihm Freunde und Bekannte aus Südamerika und Afrika bestätigen. Das System scheitere an der Realität, verleite dazu, in die Illegalität zu gehen. „Wir sind am Limit“, stellte er fest.

In den Landtag einbringen will er sich aber vor allem mit den Themen Wirtschaft und Finanzen. Es sollten noch weitere Untersuchungsausschüsse gegründet werden, weil es sich lohne, bei den Landesgesellschaften genauer hinzuschauen. Dort gebe es dubiose Geldgeschäfte, würden Steuergelder verschwendet. Die Verwaltung müsse moderner werden. Im internationalen Vergleich sei das, was digital abgeliefert werde, eine Katastrophe. Als Beispiel gibt er einen Einblick in sein Privatleben. Scharfenort ist mit einer Afro-Kolumbianerin verlobt, die beiden wollen heiraten. Während die Papiere aus Kolumbien schon längst da seien, ließen die deutschen Dokumente noch auf sich warten.

Entspannung auf dem Motorrad

Und schließlich hat er auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Visier. Er sei für die private Wirtschaft, wenn die Kosten selbst erwirtschaftet würden, sei das in Ordnung, aber nicht auf Kosten der Steuerzahler. „Wir haben weltweit den teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunk“, setzte er dagegen. Er sollte sich am öffentlichen Dienst orientieren, dass eine Intendantin 17.000 Euro Pension bekomme, sei überzogen. Kritik an der Art der Berichterstattung übte er auch, nahm den Konflikt zwischen Israel und der Hamas und die Demonstrationen in Deutschland. Dort geäußerter Judenhass und Antisemitismus würden heruntergespielt, von der Politik gebe es nur Lippenbekenntnisse.

„Vernunft und Rationalität müssen wieder in die Politik einziehen, sie muss transparenter werden“, forderte er. Nicht alles was wünschenswert sei, sei auch leistbar. Den Bürgern müssten klar auch finanzielle Konsequenzen aufgezeigt werden, damit sie objektive Grundlagen für ihre Entscheidungen haben.

Nur noch dreieinhalb Wochen, der Endspurt im Wahlkampf hat begonnen. Gut möglich, dass Jan Scharfenort einen Teil davon auf dem Motorrad zurücklegt. Motorradfahren gehört zu den Dingen, bei denen er entspannen kann. Joggen, Krafttraining und Wandern in der Natur sind weitere Energiespritzen.