Möser l Von der schwierigen Situation machte sich der SPD-Kreisvorstand um Kay Gericke jetzt in Möser ein Bild.

„Wir haben zwei Großfahrzeuge für den Einsatz, eines davon mit H-Kennzeichen, das andere ist noch älter“, scherzt Ortswehrleiter Johannes Heinrich zu Beginn der Führung durch das Feuerwehrhaus in Möser. Dabei ist es ihm bitter ernst. „Ich bin stolz, dass wir so eine gut aufgestellte Mannschaft sind, aber wir brauchen finanzielle Unterstützung“, betont er, schaut dabei immer wieder demonstrativ in die sozialdemokratische Runde vor dem Feuerwehrhaus.

Dort lauscht der SPD-Kreisvorstand um den Vorsitzenden Kay Gericke den Sorgen und Nöten der Ehrenamtlichen. Der Vorstand tagt in Möser und wirft vorher einen Blick auf Fahrzeuge und Ausrüstung.

Die, so moniert Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner, sei ziemlich veraltet. Allein das Feuerwehrhaus entspreche nicht den heutigen Anforderungen, erklärt Jeitner. „Wir brauchen eigentlich eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung der Kleidung. Das gibt unsere Umkleide schon allein aus Platzgründen nicht her.“

Diese sei wichtig, um die von Einsätzen kontaminierte Kleidung von der Alltagskleidung der Ehrenamtlichen zu trennen.

Hohe Belastung durch B 1

„Es gibt Studien, die ganz klar belegen, dass das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, für Feuerwehrfrauen und -männer massiv höher ist. Die Brandpartikel sind toxisch“, betont Johannes Heinrich.

Zusätzlich belaste die direkte Nähe zur Bundesstraße 1 und zu den Bundeswasserstraßen die Wehr, die mit ihren bis dato 36 Einsätzen in diesem Jahr zu den einsatzstärksten im Jerichower Land gehört.

Der Biederitzer Bürgermeister Kay Gericke hat ein offenes Ohr für die Sorgen der 35 bis 40 ehrenamtlichen Mitglieder. Nur – die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt werden von den Kommunen finanziert, nicht vom Land. Und „die acht Kommunen im Jerichower Land befinden sich gerade in der Haushaltskonsolidierung“, erklärt der SPD-Kreisvorsitzende. Will heißen: Die Kommunen versuchen gerade, ihre eigenen Defizite auszugleichen. „Alle tun ihr möglichstes, aber das Geld ist endlich“, fasst Gericke zusammen.

Weiterer Brandherd: fehlender Nachwuchs

Trotzdem werde Landrat Steffen Burchhardt (SPD) sich dafür einsetzen, einen größeren Wassertank für das Einsatzfahrzeug der Ortsfeuerwehr anzuschaffen. „Wir prüfen jetzt, ob in diesem Fall eine Förderung möglich ist“, sagte Gericke. Bisher seien gerade die Einsätze rund um die Bundesstraße aufwendig, da dort nicht die nötige Wasserversorgung vorhanden sei, so Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner.

Ein weiterer Brandherd ist der fehlende Nachwuchs. „Die Feuerwehren wurden zwar in letzter Zeit auf den sozialen Medien für ihre Waldbrandeinsätze ordentlich gefeiert, aber trotzdem hat niemand neues gefragt, ob er oder sie uns unterstützen kann“, sagt Johannes Heinrich. Schließlich könne auch die allerneueste Technik den fehlenden Nachwuchs nicht ersetzen.