Biederitz l Es war August 1968 als sich Undine (70) und Werner (70) am Barleber See kennenlernen. Er arbeitet damals für die Stadt im Clubhaus junger Talente und war für die Kulturbetreuung zuständig. Sie war Verkäuferin in einer Kaufhalle unweit des Clubhauses. „Da sieht man sich schon mal ab und an“, meint Undine heute. Ihr Mann Werner ist direkter. „Als ich sie sah dachte ich mir: Da ist sie, das ist meine Frau.“ „Ich hab es ihm aber nicht einfach gemacht, dass mache ich heute noch nicht“, erwidert die goldene Braut mit einem Zwinkern. Die beiden verstehen sich, verstanden sich schon immer. So gut, dass bereits nun Monate nach dem ersten Rendezvous in einem Restaurant am Barleber See die Hochzeitsglocken läuteten. Geheiratet wurde einen Tag vor Werners Geburtstag. „Das war uns damals egal. Wir wollten zusammen sein, zusammenziehen. Doch eine Wohnung gab es nur für Verheiratete“, erklärt dieser. Beim großen Tag dabei auch Jannette, Udines Tochter, die bereits 1965 ein Teil im Leben der heute goldenen Braut wurde und nach dem Besuch im Standesamt in der Jean-Burger-Straße in Magdeburg auch zu einem Teil von Werners Leben.

Zeit der 68er

Das Kleid, das Undine zur Hochzeit trug, ist ihrem Werner bis heute im Gedächtnis geblieben. „Es war ein typisches 68iger Kleid in weiß und es war kurz“, erinnert er sich. „Ich habe damals schon darauf geachtet, dass ich es nach der Hochzeit weiterverwenden kann“, erklärt seine Braut. Die steht, was die Erinnerungen betrifft, ihrem Werner in nichts nach. „Er trug einen dunkelblauen Anzug und zur Feier sind wird mit dem Taxi. Es war super Wetter, warm und sonnig“, erzählt Undine, die anmerkt: „Gefeiert haben wir im Club 49, direkt neben dem heutigen Amo.“ Das ging, weil Werner dort der Chef war. Groß gefeiert wurde der Ringtausch allerdings nicht. „Wir sind im engsten Familienkreis geblieben“, erzählen beide. Die Polterhochzeit allerdings, die feierten sie ausgiebig und mit einer Menge Gästen. Das war auch fast nicht abzuwenden, immerhin hat Werner noch sieben Geschwister. Undine hingegen eine Schwester.

Mit dem Eheversprechen folgte das Familienleben. Das galt es zunächst unter schwierigen Umständen zu gestalten. Machte doch seit 1970 Sohn Sven die Familie komplett. Die lebte in einer eineinhalb Zimmerwohnung auf einem Hinterhof in der Haldenslebener Straße in Neustadt, ehe es nach vier Jahren in eine zweieinhalb Zimmer Neubauwohnung nach Reform ging. Hier blieben die Ducksteins bis zum Jahr 2001, dann zog es sie nach Biederitz, wo sie sich seit dem sehr wohl und heimisch fühlen. Ganz aufgegeben haben sie ihr Leben in Magdeburg allerdings nicht. Seit je her besitzen sie einen kleinen Schrebergarten, der ihnen auch heute noch Kräuter, Blumen und eine Möglichkeit der Erholung bietet.

Immer für die Familie da

Eines verraten die beiden nach einem halben Jahrhundert gegenseitiger Liebe. „Er ist sehr pflegeleicht und liebevoll“, meint sie. Während Werner seine Undine wie folgt beschreibt: „Sie ist ein absoluter Familienmensch, der alles zusammenhält und für jeden da ist.“ Dafür bekam sie von ihrem Werner auch die gleichen Sorte Rosen, die sie 1969 in ihren Brautstrauß einbinden ließ.

Die Kinder wiederum organisierten eine Feier zur goldenen Hochzeit an einem geheimen Ort.