Loburg l Mit einem Gottesdienst ist der Loburger Jugendclubleiter Hartmut Bernitzki am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet worden. Von Eltern, Kindern und Jugendlichen gab es kleine Abschiedsgeschenke, unter anderem Spiele zur Rentnerfreizeitgestaltung und – ein Schelm, wer Böses dabei dachte – einen Handfeger. Zuletzt waren der Jugendclub und sein vermülltes Umfeld in die Diskussion geraten.

Finanzielle Mittel fehlen

Aus Kostengründen wolle der evangelische Kirchenkreis Elbe-Fläming künftig keine Gelder mehr in den Club stecken, so die evangelische Superintendentin Ute Mertens: „Uns fehlen die finanziellen Mittel, um die Mitarbeiterstelle im Jugendzentrum weiter zu finanzieren und eine sichere Zukunft dafür zu schaffen. Viele Gespräche gab es, aber auch andere Träger müssen gut rechnen.“ Das Jugendzentrum sei nun erst einmal geschlossen, so Mertens. „Aber es wird auch neuen Weg geben, sich den Kindern und Jugendlichen zuzuwenden. Ihnen einen Ort zu geben, wo sie gesehen werden. Dazu braucht es nicht ein Haus.“

Vorstellungen gehen auseinander

Ganz andere Töne schlug in der Loburger Ortschaftsratssitzung die neue Ortsbürgermeisterin Gabriele Schmohl (BCU) an: „Es ist Quatsch, dass der Jugendclub nicht mehr geöffnet werden soll. Der Landkreis und der Bürgermeister der Stadt Möckern stehen erst einmal prinzipiell hinter dem Jugendclub. So sind die Aussagen immer wieder gewesen, auch wenn die Vorstellungen auseinandergehen, wie dieser Club betrieben werden kann.“

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Der Ortschaftsrat werde da aber sicher noch ein „ganz dickes Brett zu bohren haben, um unsere Vorstellungen eventuell annähernd durchsetzen zu können“, so Schmohl weiter.

Obergeschoss ausbauen

Der Ortschaftsrat stellt sich vor, dass das Obergeschoss des bisherigen Jugendclubs ausgebaut wird, um hier die Musik- und Werkräume für die Grundschule zu schaffen. Diese Räume sind derzeit noch im DRK-Hort Loburg untergebracht, der diese Räume selbst benötigen würde. „Der Hort muss entlastet werden“, so Gabriele Schmohl.

Im unteren Bereich des Jugendzentrums sollen nach Vorstellungen des Loburger Ortschaftsrates Räume für die freie Jugendarbeit geschaffen werden, ebenso eine neue Küchenzeile für gemeinsames Kochen mit den Jugendlichen. „In der aktuell vorhandenen Küche wird keiner mehr kochen wollen“, vermutete die Ortschefin.

Bürger sind gefragt

Der Ortschaftsrat müsse nun Bürger ansprechen, die sich zutrauen, kontinuierlich und ehrenamtlich an einem Tag in der Woche mit den Jugendlichen zu arbeiten, oder bei den Hausaufgaben zu helfen. Man müsse mit den Jugendlichen und einem geeigneten Leiter gemeinsam einen interessanten Veranstaltungsplan erarbeiten.

„Wir müssen hier eine Lösung für nachmittags und abends finden. Für nachts sind wir leider nicht zuständig“, so die ehemalige Realschullehrerin mit Verweis auf die zuletzt diskutierte Müll-, Alkohol- und Drogenproblematik im unmittelbaren Clubumfeld. „Es sind nur wenige, die im Umfeld des Clubs Probleme machen. Mit diesen jungen Leuten müssen wir reden“, so die Ortschefin.

Lösung auf Augenhöhe

Man wolle versuchen, mit der Stadt, der Wohnungsbaugesellschaft als Eigentümer, dem Erlebnishort Loburg, dem Förderverein und der Grundschule Loburg sowie dem zukünftigen Träger des Jugendclubs Loburg auf Augenhöhe eine Lösung für das Clubhaus neben Kirche und Grundschule zu finden, so Gabriele Schmohl. Einen Träger für das Vorhaben Jugendclub Loburg gibt es aber nach dem Absprung des Kirchenkreises bisher nicht.

„Wir können nicht von vornherein sagen, das können und wollen wir nicht. Fertige Lösungen haben wir derzeit nicht“, so Schmohl abschließend.